Offen gesagt - Heimo Kaindl
Josef – ein Alltagsheld
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Am 19. März ist Josefitag. Weshalb? Und spielt das heute noch eine Rolle?
Bereits im 12. Jahrhundert wird in Seckau und Vorau der 19. März als Gedenktag des hl. Josef gefeiert. Kaiser Leopold I. macht ihn 1675 zum Schutzpatron des Kaiserhauses. Er lässt seinen ältesten Sohn auf den bis dahin unüblichen Namen Josef taufen und löst damit die Verbreitung des Vornamens aus. 100 Jahre später (1772) wird unter Kaiserin Maria Theresia der hl. Josef zum Landespatron der Steiermark. Betont wird so einerseits seine religiöse Bedeutung, andererseits gibt die Kaiserin ihrem Volk ein Vorbild für Schutz, Fleiß, Arbeit, Verantwortungsbewusstsein und familiäre Ordnung.
Die Verehrung des fleißigen und treuen Familienvaters nimmt in der Folge zu. Der Höhepunkt: Papst Pius IX. macht Josef 1870 zum Schutzpatron der ganzen Kirche. Heute sind 14 Pfarr- und Filialkirchen in der Steiermark sowie über 20 Messkapellen dem hl. Josef geweiht.
Persönlich sehe ich Josef als mutig und couragiert. Als „Stiefvater“ übernimmt er eine Rolle, die in der damaligen Gesellschaft unüblich war. Er kümmert sich um Frau und Kind, nimmt seine Vaterrolle wahr, ist barmherzig und gerecht, ein ehrbarer Bauhandwerker und keiner, der sich in den Vordergrund spielt. Josef ist für mich ein vorbildhafter „Alltagsheld“, den wir am 19. März besonders in den Blick nehmen.
Heimo Kaindl ist Diözesankonservator und Direktor des Diözesanmuseums Graz.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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