Offen gesagt - Alois Kowald
Dem Blick entzogen
- Foto: Neuhold
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Warum werden ab dem fünften Fastensonntag in der Kirche die Kreuze verhüllt?
Im liturgischen Kalender unserer Diözese heißt es: „Prunkkreuze und Bilder sollen nach altem Brauch verhüllt werden. Die Kreuze bleiben bis zum Ende der Karfreitagsliturgie, die Bilder bis zur Feier der Osternacht verhüllt.“ Früher war es vorgeschrieben, alle Kreuze zu verhüllen, auch Kreuze, die den leidenden Christus zeigen. Das scheint gerade in der Passionszeit nicht sinnvoll zu sein. Deshalb ist heutzutage das Verhüllen freigestellt, aber empfohlen. Dass nur mit Edelsteinen verzierte Prunkkreuze verhüllt werden sollen, verdeutlicht die entsprechenden Anweisungen im Messbuch.
Etwas zu verhüllen, entzieht das Verhüllte den menschlichen Blicken. Erinnern Sie sich noch an die große Verhüllungsaktion 2013 in unserer Diözese? Unzählige religiöse Objekte wurden mit einem gelbem Plastikstoff verhüllt. Aber gerade dadurch wurde die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt.
Das Verhüllen lässt sich auch als Zeichen der Unverfügbarkeit verstehen. Christus hat sich aus freiem Willen dem Leiden unterworfen. Er ist bei seiner Liebe zu den Menschen geblieben, selbst wenn es ihn den Tod gekostet hat. Auf diese Liebe können wir keinen Anspruch erheben. Zur Palmprozession ist das Kreuz unverhüllt und geschmückt: Ein österliches Siegeszeichen, dass die Liebe Christi den Tod besiegt hat.
Alois Kowald
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.