Papstreise
Verlorene Hoffnung beleben
- Die Herzen der Menschen fliegen Papst Leo XIV. bei seiner zehntägigen Afrikareise zu. Hier jubeln GottesdienstteilnehmerInnen während einer Messe am Flughafen von Yaoundé in Kamerun. Zuvor besuchte Leo Algerien, danach Angola und Äquatorialguinea.
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Seine Afrikareise führte Papst Leo XIV. auch nach Angola. Das südwestafrikanische Land ist von den Folgen eines langen Bürgerkriegs und von wirtschaftlicher Ausbeutung gezeichnet.
Papst Leo XIV. hat die Menschen in Angola zu Versöhnung und Zuversicht aufgerufen. Knapp ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des längsten afrikanischen Bürgerkriegs sagte der Papst am Sonntag, 19. April, bei einem großen Freiluft-Gottesdienst in Kilamba im Süden der Hauptstadt Luanda, Angola sei ein verwundetes Land. Es dürste nach Hoffnung, Frieden und Geschwisterlichkeit. Der Bürgerkrieg von 1975 bis 2002 wirke bis heute nach in Zwietracht und Spaltung sowie in der Verschwendung von Ressourcen und Armut.
Die Angolaner rief der Papst auf, sich nicht von Entmutigung lähmen zu lassen. Heute gelte es, „mit Hoffnung in die Zukunft zu blicken und die Hoffnung der Zukunft zu gestalten. Fürchtet euch nicht davor!“ Die mehr als 100.000 Menschen, die unter bedecktem Himmel an dem Gottesdienst teilnahmen, reagierten auf die Worte des Papstes mit Beifall.
Hass und Korruption überwinden. Leo XIV. fuhr fort: „So können und wollen auch wir ein Land aufbauen, in dem die alten Spaltungen für immer überwunden sind, in dem Hass und Gewalt verschwinden, in dem die Plage der Korruption durch eine neue Kultur der Gerechtigkeit und des Teilens geheilt wird.“ Die Kirche müsse dazu beitragen, die verlorene Hoffnung wiederzubeleben: „Angola braucht Priester, Missionare, Ordensleute, Laien, die den Wunsch im Herzen tragen, ihr Leben zu teilen und zu verschenken, sich in gegenseitiger Liebe und Vergebung zu engagieren, Räume der Geschwisterlichkeit und des Friedens zu schaffen und Taten der Barmherzigkeit und Solidarität gegenüber den Bedürftigsten zu vollbringen.“
Der Bürgerkrieg in Angola war mit 500.000 Toten und 2,5 Millionen Vertriebenen einer der schlimmsten in Afrika. Auf der einen Seite waren sozialistische Länder wie die Sowjetunion, die DDR und Kuba, auf der anderen Seite Südafrika, die USA und die Volksrepublik China darin verwickelt. Seine Folgen sind in dem an Öl und Diamanten reichen Land im Südwesten Afrikas bis heute gegenwärtig.
- Bereits bei der Anfahrt des Papstes in Saurimo (Angola) schäumte die Stimmung über, begeisterte Menschenmengen schrien laut, Kinder rannten lange hinter dem Papamobil her.
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Nicht von Reichtum täuschen lassen. In der Bergbau- und Diamantenstadt Saurimo warnte der Papst vor den Verlockungen des Reichtums und den Folgen von sozialer Ungerechtigkeit: „Wir sehen heute, dass viele Sehnsüchte der Menschen von Gewalttätern zunichtegemacht, von Tyrannen ausgenutzt und vom Reichtum getäuscht werden. Wenn Ungerechtigkeit die Herzen verdirbt, wird das Brot aller zum Besitz einiger weniger.“
Die Botschaft von der Auferstehung Jesu legte Leo XIV. in seiner Predigt auch politisch aus: „Jede Form von Unterdrückung, Gewalt, Ausbeutung und Lüge leugnet die Auferstehung Christi, jenes höchste Geschenk unserer Freiheit.“ Diese Befreiung vom Bösen und vom Tod geschehe nämlich nicht erst am Ende der Tage, sondern im Alltag.
Reich an Diamanten und Öl
Angola ist einer der drei größten Diamantenlieferanten unter den Ländern Afrikas. Im 27 Jahre dauernden Bürgerkrieg war der Zugang zu Diamanten und Öl entscheidend für die Finanzierung der jeweiligen Armeen.
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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