HERBST-TAGUNG DER BISCHOFSKONFERENZ
Schönborn: Rücktrittsgesuch nicht nur pro forma eingereicht

Der Bibelsonntag, die Lage in Syrien, das Töten auf Verlangen, Frauen in Leitungsfunktionen und die Amazoniensynode waren u.a. Themen der Herbsttagung der Bischofskonferenz.

Kardinal Christoph Schönborn hat während der Amazonien-Synode in Rom im Oktober Papst Franziskus persönlich sein Rücktrittsgesuch übergeben. Das hat er am 8. November bei einer Pressekonferenz in Wien zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz betont. Laut Kirchenrecht müssen Diözesanbischöfe dem Papst mit Vollendung des 75. Lebensjahres ihren Rücktritt anbieten. Im Falle von Schönborn wäre dies der 22. Jänner 2020. Er wollte aber nicht nur einen entsprechenden Brief schreiben, sondern die Chance bei der Synode nützen, dies persönlich bei Papst Franziskus vorzubringen. Freilich: „Die Entscheidung trifft jetzt der Papst.“ Und das halte er auch für gut so, „dass der Papst das letzte Wort hat“. Schönborn bestätigte auch Medienberichte, wonach es drei Möglichkeiten gibt. Der Papst könnte das Rücktrittsgesuch sofort annehmen, oder die Amtszeit des Wiener Erzbischofs noch um einige Zeit, beispielsweise zwei Jahre, verlängern, oder: Papst Franziskus nimmt den Rücktritt „nunc pro tunc“ (= „jetzt für später“) grundsätzlich an, verlängert zugleich aber die Amtszeit um eine gewisse Periode. Wann immer dieser Rücktritt nun kommen wird, relativ bald oder erst in vielleicht zwei Jahren, „er wird kommen“. Das Ganze sei für ihn natürlich auch ein „sehr emotionaler Akt“, sagte unser Kardinal, der seit 28 Jahren Bischof ist.

Bibel, Syrien, Tötung auf Verlangen

Bei der Herbsttagung der Bischofskonferenz, die vom 4. bis 7. November im Kloster Laab im Walde tagte, standen viele Themen auf der Tagesordnung. So laden Österreichs Bischöfe zum ersten „Sonntag des Wortes Gottes“ ein, der am 26. Jänner 2020 auf Anordnung von Papst Franziskus stattfindet und künftig jährlich durchgeführt wird. Ziel des Themensonntages sei es, „die Rolle der Bibel im Leben christlicher Gemeinden zu stärken“, betonen die Bischöfe. Unsere Hirten sind in großer Sorge wegen des nicht enden wollenden Krieges in Syrien und der unvorstellbaren humanitären Katastrophe vor Ort. Sie appellieren an die Solidarität der Österreicherinnen und Österreicher, für die Opfer des Krieges in Syrien zu spenden. Weiters haben Österreichs katholische Bischöfe die Politik zum Erhalt bestehender Schutzbestimmungen gegen eine Tötung auf Verlangen aufgefordert. Dem bisherigen klaren Bekenntnis zur „Kultur des Beistandes“ am Lebensende müssten weitere konkrete Taten folgen.

Frauen und Leitung, Amazonien-Synode

In Österreich sei soziale Gerechtigkeit und Sicherheit im internationalen Vergleich sehr gut verwirklicht; dennoch gebe es immer wieder neue, oft versteckte Formen von Not und Armut, denen sich die politischen Verantwortungsträger, aber auch gesellschaftliche Kräfte wie die Caritas stellen müssen, betonen die Bischöfe. Auch haben die Bischöfe ihre Bereitschaft bekundet, „alles zu tun, was innerhalb der aktuellen kirchlichen Vorgaben möglich ist, um Frauen in konkrete Leitungsverantwortung auf allen Ebenen der Diözese einzubinden“. Ausdrücklich dankten die österreichischen Bischöfe jenen Frauen, „die in unzähligen Pfarrgemeinden und anderen kirchlichen Einrichtungen aktiv sind und damit wesentlich zur Lebendigkeit von Kirche beitragen“. An Amazonien wird deutlich, dass der „Schutz des gemeinsamen Hauses“, den Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ eingefordert hat, „zu einer Überlebensfrage der ganzen Welt geworden ist“. Alle Erklärungen auf www.bischofskonferenz.at

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Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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