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Kritik erlaubt

Nicht jede Kritik an Israels Regierung sei pauschal als Antisemitismus zu etikettieren, sagt die in Innsbruck lehrende Theologin Claudia Paganini.  | Foto: Kathpress/Klingen
  • Nicht jede Kritik an Israels Regierung sei pauschal als Antisemitismus zu etikettieren, sagt die in Innsbruck lehrende Theologin Claudia Paganini.
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Songcontest und Israel

Der Boykott des Eurovision Song Contest (ESC) 2026 in Wien durch mehrere Länder ist nach Ansicht der Medien-ethikerin Claudia Paganini nicht als antisemitisch zu werten. Aus ethischer Sicht sei es sogar gefährlich, jede Kritik an Israels Regierung pauschal als Antisemitismus zu etikettieren: „Das verwässert den Begriff und kann paradoxerweise den ‚echten‘ Antisemitismus fördern“, sagt sie am 8. 12. gegenüber der Nachrichtenagentur KNA. Kürzlich hatten die Sendeanstalten einiger Länder angekündigt, wegen der Teilnahme Israels keinen Vertreter zu dem Musikwettbewerb zu schicken. Hintergrund dafür ist Israels militärisches Vorgehen in Gaza.

Was die vorgebrachten Antisemitismus-Vorwürfe angehe, liege die Verantwortung bei den Sendern selbst: „Öffentlich-rechtliche Medien müssen zweierlei leisten: konsequent gegen Antisemitismus auftreten und gleichzeitig Kritik an Menschenrechtsverletzungen ermöglichen, wo immer sie auftreten.“ Für Paganini wäre ein ESC in Österreich indes auch ohne Israel vorstellbar gewesen. „Die historische Verantwortung Österreichs besteht nicht darin, jede politische Entscheidung Israels zu schützen, sondern darin, jüdisches Leben zu schützen, Antisemitismus klar zu benennen und gleichzeitig universelle Menschenrechte ernst zu nehmen“, sagt Paganini.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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