Israel
Kein Ausweg aus einem tödlichen Kreislauf?

Der Tempelberg ist ein Brennpunkt des Konfliktes in Jersualem.
  • Der Tempelberg ist ein Brennpunkt des Konfliktes in Jersualem.
  • Foto: Dagmar Bendel/Pixabay
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Heiliglandbischöfe beklagen „Regime der Diskriminierung“.

Die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes beklagen die Handlungsunfähigkeit der Beteiligten im israelisch-palästinensischen Konflikt. „Die politischen Behörden, die über die Zukunft Israels und Palästinas entscheiden, wie auch die wichtigsten Teile der internationalen Gemeinschaft scheinen nicht bereit zu sein, wahrheitsgemäß und mutig darüber nachzudenken, was im Heiligen Land geschieht“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme der bischöflichen Kommission „Iustitia & Pax“ zur gegenwärtigen Welle der Gewalt vor Ort. Durch diese Handlungsunfähigkeit könnten die Ursachen für die Gewalt nicht beseitigt werden. Das Verständnis für die Ursachen sei jedoch „der einzige Weg, um einen Ausweg aus diesem tödlichen Kreislauf zu finden“.

Gewalt sei zu einem festen Bestandteil des andauernden Konflikts geworden. So seien in den vergangenen zwei Monaten 45 Palästinenser, 16 Israelis und zwei Arbeitsmigranten getötet worden. Die Gewalt werde anhalten, solange „den Bewohnern Ost-Jerusalems, des Westjordanlandes und des Gazastreifens ein militärisches Besatzungsregime auferlegt“ werde und innerhalb Israels „ein Regime der Diskriminierung“ fortbestehe. Mitverantwortlich sei auch die internationale Gemeinschaft, die sich ihrer Verantwortung für die Situation entziehe. Verschärfend kämen die Spannungen in Jerusalem hinzu, die unter anderem durch die „ständige Bedrohung des Status quo im Haram al-Sharif“ (Tempelberg) sowie „erdrückende Zugangsbeschränkungen zu den Heiligen Stätten“ genährt würden.

Anschläge von Palästinensern bezeichnete die Kommission als „Zeichen der Verzweiflung angesichts der anhaltenden Diskriminierung von Arabern in Israel selbst und des Regimes der Ungleichheit“. Verbale, gewaltfreie Proteste würden von der internationalen Gemeinschaft ignoriert. Israel suche den „Frieden, wo kein Frieden zu finden ist“, mit den Regimen arabischer Länder, aber nicht mit den Menschen in der Region. Erst wenn die Rechte der Palästinenser umgesetzt seien, könne ein neues Kapitel aufgeschlagen werden, so die „Iustitia & Pax“-Kommission.

KATHPRESS

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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