Weltkirche
Junge Vorbilder im Glauben
- Carlo Acutis (1991–2006) wird, zugleich mit dem 24-jährig verstorbenen Pier Giorgio Frassati (1901–1925), am 7. September 2025 heiliggesprochen. Dabei bleibt Acutis, der im Alter von 15 Jahren an Leukämie verstarb, in Sweatshirt, Jeans und Turnschuhen gekleidet, in seinem Glasschrein in Umbrien. Sein Herz wird während der Heiligsprechung in einem besonderen Gefäß vor dem Petersdom stehen.
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Mit der Doppel-Heiligsprechung am 7. September richtet sich die röm.-kath. Kirche an eine jüngere Zielgruppe.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Zumindest gilt das für die Heiligsprechung jener beiden Italiener, die schon längst heilig sein sollten: der „Sozialapostel“ Pier Giorgio Frassati und der „Internetpatron“ Carlo Acutis. Durch den Tod von Papst Franziskus und die Wahl seines Nachfolgers Leo XIV. wurde das (ursprünglich Ende April geplante) Ereignis verschoben und findet am 7. September statt.
Antifaschist und Sozialapostel. Auch, wenn der als „Patron der Weltjugendtage“ verehrte Pier Giorgio Frassati im deutschsprachigen Raum eher zu den unbekannten Glaubensvorbildern zählt, so gibt es dennoch einige Bezüge. Der 1901 geborene Frassati stammt aus einer wohlhabenden Turiner Familie. Sein Vater gründete die italienische Tageszeitung „La Stampa“ und war Anfang der 1920er-Jahre Botschafter in Berlin.
In dieser Zeit lernte Pier Giorgio den katholischen Theologen und Jesuiten Karl Rahner kennen sowie den Priester und Sozialaktivisten Carl Sonnenschein, mit dem er die Armenviertel Berlins besucht haben soll. In Turin, wo er sich nach dem Ersten Weltkrieg um Menschen in den Elendsvierteln kümmerte, dürfte er sich mit der Kinderlähmung angesteckt haben, die innerhalb weniger Tage zu seinem frühen Tod führte. Getragen wurde Frassati, der auch in katholischen Verbänden und gegen den wachsenden Faschismus im Land politisch aktiv war, bei seinem Tun vom Glauben, den er zunächst durch den Salesianerorden und später durch die Jesuiten kennenlernte.
Gottes Influencer. Wie Frassati, so lebte auch Carlo Acutis seine Überzeugung und versuchte, auch Freunde davon zu begeistern. Mit ihm wird erstmals ein sogenannter „Millennial“ heiliggesprochen – also ein Angehöriger der zwischen den frühen 1980ern und späten 1990ern geborenen Generation. Der Jugendliche führte ein frommes Leben mit täglichen Messbesuchen, Rosenkranzgebeten und Engagement für verarmte und obdachlose Menschen. Im Alter von 15 Jahren starb er 2006 an Leukämie. Weltweite Bekanntheit erlangte Acutis posthum als „Cyber-Apostel“, „Internet-Patron“ oder „Influencer Gottes“, weil er sich neben der Schule an der Erstellung von Internetseiten beteiligte, etwa für seine katholische Heimatgemeinde in Mailand. Auch den „eucharistischen Wundern“ – also unerklärlichen Vorkommnissen im Zusammenhang mit geweihten Hostien – galt sein Einsatz.
Carlo Acutis’ Kanonisierung geschieht nach einem ungewöhnlich kurzen Zeitraum der Prüfung. Seine sterblichen Überreste werden nach Angaben der Diözese Assisi nicht zur Heiligsprechung nach Rom gebracht. Pier Giorgio Frassati wird während der Großveranstaltung im Vatikan in seinem Grab im Turiner Dom ruhen.
Severina Bartonitschek für Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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