Tag der Straßenkinder
Hilflos ausgeliefert

In Indien sind Straßenkinder für den Staat praktisch unsichtbar, da sie ohne Papier leben und damit von jeglicher staatlichen Nothilfe ausgeschlossen sind. Die Projektpartner von Jugend Eine Welt kämpfen weiter gegen das Leid.
  • In Indien sind Straßenkinder für den Staat praktisch unsichtbar, da sie ohne Papier leben und damit von jeglicher staatlichen Nothilfe ausgeschlossen sind. Die Projektpartner von Jugend Eine Welt kämpfen weiter gegen das Leid.
  • Foto: Simone Berga/JEW
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Tag der Straßenkinder. Die Corona-Pandemie treibt Millionen Kinder noch mehr in die Enge.

Für Millionen Kinder weltweit, deren Lebensmittelpunkt die Straße ist, hat sich mit Ausbruch der Corona-Pandemie ihre ohnehin schon prekäre Lage weiter verschlechtert. Dabei ist es gar nicht das Virus, das diese Kinder am stärksten bedroht. Es sind die in vielen Ländern verhängten Sperren des öffentlichen Lebens, die den Kindern buchstäblich ihre Lebensgrundlage entziehen.

„Manche Staaten sind einfach nicht in der Lage oder auch nicht willens, Straßenkindern zu helfen“, sagt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt. Mit dem „Tag der Straßenkinder“ – rund um den Gedenktag des Jugendheiligen Don Bosco am 31. Jänner – macht die österreichische Hilfsorganisation alljährlich auf die schwierige Situation dieser Kinder besonders aufmerksam. Weltweit sorgen sich die Projekt-PartnerInnen von Jugend Eine Welt um das Wohl dieser Kinder und bieten ihnen in ihren Einrichtungen einen „sicheren Hafen“. Oft der einzige Rettungsanker für Straßenkinder.

Angst vor Hunger statt vor Corona
In vielen Ländern wurden Straßenkinder zuletzt vertrieben und sogar bestraft, weil sie sich trotz Corona-Lockdowns weiter im öffentlichen Raum aufhielten. Die Kinder versuchen mit Betteln, dem Verkauf kleiner Waren und Dienstleistungen wie Lasten tragen, Auto oder Schuhe putzen Geld zu verdienen, um sich damit das Notwendigste zum Überleben kaufen zu können. „Die Lockdowns reduzieren den Verkehr, das bunte Treiben auf den Straßen fällt weg und so auch die Teilnahme der Kinder an dieser informellen Wirtschaft“, berichtet Roland Kornhäusl, Programmmanager von Don Bosco Tech Afrika, einem Netzwerk der Ausbildungsstätten zur beruflichen Bildung der Jugend-Eine-Welt-Projektpartner in Kenia. „Jetzt, wo uns gesagt wird, dass niemand mehr auf den Straßen herumlaufen darf, habe ich Angst, dass wir an Hunger sterben werden anstatt an Corona“, meinte dazu ein junger Bursche in Nairobi.

Beim „Consortium for Street Children“ (CSC) – die internationale Plattform zum Schutz von Straßenkindern, der auch Jugend Eine Welt angehört – befürchtet man, dass die Kinder mit dem Wegfall ihres informellen „Arbeitsplatzes“ zu noch gefährlicheren Überlebenstaktiken gezwungen werden. Zudem sind Straßenkinder oft von staatlicher Nothilfe ausgeschlossen, weil sie keine Papiere haben. In Indien verteilten zum Beispiel Regierungsbeamte in Armenvierteln der Städte Gutscheine für Einkäufe in Geschäften. Um diese einzulösen, musste jedoch ein offizieller Ausweis vorgezeigt werden. „Für den Staat sind diese Kinder praktisch unsichtbar“, beschreibt dies Shona Macleod von CSC.

Jugend eine Welt hilft
„Wir dürfen diese Kinder gerade jetzt nicht zurücklassen! Darum werden wir bei Jugend Eine Welt auch nicht müde, in ihrem Namen um Spenden zu bitten“, so Reinhard Heiserer. Jugend Eine Welt intensiviert alle Anstrengungen, Straßenkinderprojekte und besonders die vielen Bildungs- und Ausbildungsprojekte in vielen Ländern nicht nur zu erhalten, sondern weiter auszubauen.

Spendenkonto:
IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000
Online spenden:
Hier für Jugend eine Welt spenden

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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