Karmelitinnen in Mariazell
Geführt von Gottes Gnade

Sie verstehen ihr Leben als dauerhafte Begegnung mit Christus im Gebet und widmen sich zugleich praktischen Aufgaben: Die Mariazeller Karmelitinnen betreiben eine Hostienbäckerei, übernehmen die Kirchenwäsche für die Basilika und stellen Strohsterne und Kerzen her.  | Foto: Kuss
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  • Sie verstehen ihr Leben als dauerhafte Begegnung mit Christus im Gebet und widmen sich zugleich praktischen Aufgaben: Die Mariazeller Karmelitinnen betreiben eine Hostienbäckerei, übernehmen die Kirchenwäsche für die Basilika und stellen Strohsterne und Kerzen her.
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Karmelitinnen in Mariazell. Gefeiert wurden 70 Jahre Grundsteinlegung, Klostergemeinschaft und Kontemplation.

Als „lebensnotwendig für Kirche und Welt“ bezeichnete Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl die kontemplative Lebensform der Karmelitinnen. Am 23. August war der steirische Bischof zum 70-Jahr-Jubiläum der Grundsteinlegung des Herz-Marien-Karmels nach Mariazell gekommen. Die Karmelitinnen seien in besonderer Weise „Pilgerinnen, die der Welt Christus schenken“, so der Bischof. Durch das tägliche Gebet und die Feier der Eucharistie gebe die Gemeinschaft ein „Orientierungszeichen in einer auseinandertreibenden Welt“. Gleichzeitig rief Bischof Wilhelm Krautwaschl die Schwestern dazu auf, der Gesellschaft „einen Halt und Ankerpunkt“ zu geben. Ihr Leben sei „ein Dienst an der Zukunft, die vielen heute verwehrt oder düster erscheint“.
Die Priorin des Karmel Mariazell, Sr. Anna Magdalena Lindner, bezeichnete das 70-Jahr-Jubiläum der Grundsteinlegung als Anlass zu großer Dankbarkeit. In all den Jahren sei die Gemeinschaft in verschiedenen Bereichen „von Gottes Gnade geführt“ worden. Auch materiell habe es der Klostergemeinschaft „an nichts gefehlt“. Die kontemplative Lebensform sieht sie auch heute noch als aktuell – gerade angesichts einer „hektischen Welt, wo alles immer schneller gehen soll“. Gleichzeitig räumte sie ein, dass das Interesse junger Frauen an einem dauerhaften Eintritt in die Klausur stark zurückgegangen sei. Lebenslange Bindungen seien für viele kaum mehr vorstellbar.

Hinaus in die Welt. Auch in den vom Mariazeller Karmel aus gegründeten Klöstern – etwa in Südkorea – gestalte sich die Berufungssituation ähnlich schwierig. Der zunehmende Wohlstand stelle dabei laut der Priorin ein wesentliches Hindernis dar.
Die Einweihung des Mariazeller Karmels 1957 bildete den Ausgangspunkt weiterer Niederlassungen. Ausgehend von hier entstanden in den folgenden Jahrzehnten neue Klöster in Daegu (Südkorea) 1962, der Karmel Mater Dolorosa in Maria Jeutendorf (NÖ) 1985 und der Heilig-Kreuz-Karmel in Bärnbach (Stmk) 1976. Sieben Ordensfrauen und eine Anwärterin (Postulantin) leben derzeit im Mariazeller Karmel. Ihre Lebensform ist bewusst rein kontemplativ angelegt – ganz gemäß der Spiritualität der Hl. Teresa von Avila.

Quelle: Kathpress

Der Herz-Marien-Karmel in Mariazell wurde 1957 im Rahmen des 800-Jahr-Jubiläums der Wallfahrtsbasilika offiziell eingeweiht, nachdem in den frühen 1950er-Jahren durch Spenden ein Grundstück erworben worden war. Am 21. August 1955 erfolgte die Grundsteinlegung, bereits ein Jahr später zogen neun Schwestern aus dem Karmel St. Josef in Wien in den Rohbau ein. Lag der Höchststand einst bei 27 Schwestern, so leben derzeit noch sieben Ordensfrauen und eine Postulantin im Herz-Marien-Karmel in Mariazell.

Sie verstehen ihr Leben als dauerhafte Begegnung mit Christus im Gebet und widmen sich zugleich praktischen Aufgaben: Die Mariazeller Karmelitinnen betreiben eine Hostienbäckerei, übernehmen die Kirchenwäsche für die Basilika und stellen Strohsterne und Kerzen her.  | Foto: Kuss
Das 70-Jahr-Jubiläum der Grundsteinlegung des Herz-Marien-Karmels Mariazell feierten die Schwestern am 23. August mit vielen Gästen. Unter ihnen auch Bischof Wilhelm Krautwaschl, der das Kloster einen „Ort, an dem Gottes Melodie vernehmbar wird“ nannte – dankbar für das gelebte Glaubenszeugnis der Karmelitinnen.  | Foto: Kuss
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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