Gedenken
Evangelium statt Ideologie
- Aus 20 Ländern kamen die Inhaftierten in der „Priesterbaracke im KZ Dachau“.
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80 Jahre nach der Befreiung des KZ Dachau feierten dort 1400 Menschen einen Gedenkgottesdienst, darunter auch zehn Bischöfe.
Die Kirche werde immer an der Seite der Opfer stehen. Mit diesen Worten wandte sich Erzbischof Jozef Kupny an die am 26. April in die KZ-Gedenkstätte Dachau Gekommenen, unter ihnen auch zehn Bischöfe aus Deutschland und Polen.
Angesichts ihrer Erfahrungen mit totalitären Regimen des 20. Jahrhunderts hätten beide Länder die Verantwortung, die Welt vor fatalen Folgen zu warnen, wenn versucht werde, das Evangelium durch menschengemachte Ideologien zu ersetzen, so der Stv. Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz. Einen Brief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Kollegen aus dem Jahr 1965 zitierte der Stv. Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Fuldaer Bischof Michael Gerber. Darin baten sie um Vergebung für die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs und betonten, dass auch sie Vergebung gewährten. Von diesem Schreiben gehe die Botschaft aus: „Friede ist möglich, wo erfahrenes Leid bleibend anerkannt und Unrecht bekämpft werden“ und die Erinnerung wachgehalten werde – etwa an die in Dachau inhaftierten Priester, die ihren Mithäftlingen Trost gespendet hätten.
Das KZ Dachau war das erste als Dauereinrichtung errichtete Konzentrationslager der Nationalsozialisten und galt unter ihnen lange Zeit als „Musterlager“. In dem bereits im März 1933 errichteten KZ wurden SS-Mitglieder darin geschult, Menschen systematisch zu entrechten. Die 200.000 im Haupt- und in den Nebenlagern Inhaftierten kamen aus 40 Nationen, 41.500 Menschen starben. Im ab 1940 bestehenden „Priesterblock“ waren Geistliche aus ganz Europa: 1800 der 2800 Priester waren Polen. Etwa die Häfte von ihnen fand im KZ Dachau den Tod.
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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