Das Amt des Papstes
- Die Sixtinische Kapelle während den Vorbereitungen auf das Konklave, in der die Kardinäle völlig abgeschottet das neue Oberhaupt der katholischen Kirche wählen.
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Ein Mann, viele Aufgaben. Erklärungen rund um das Hirtenamt.
Habemus Papam.“ Gespannt blickt die Welt nach Rom, wo derzeit das Konklave läuft, also die Wahl des neuen Papstes, um diesen einen Satz zu vernehmen, der vermutlich eine neue Ära in der Kirchengeschichte einläuten wird. Doch welche Aufgaben kommen auf den nächsten Papst zu, und wie hat sich dieses Amt über die Jahrhunderte entwickelt?
„Papst“, lateinisch „papa“, ist eigentlich ein Ehrentitel und bis zum 7. Jahrhundert eine Bezeichnung für alle Bischöfe. Im Laufe der Zeit kristallisierte er sich zu einem reservierten Begriff für den Bischof in Rom heraus. Als Haupt des Bischofskollegiums und Staatsoberhaupt vereint diese Rolle die geistliche und politische Macht im Vatikan. Seine Bischofskirche ist aber nicht der Petersdom, sondern die Lateranbasilika in Rom, die als „Mutter aller Kirchen“ bezeichnet und auf das frühe 4. Jahrhundert datiert wird. Hier befindet sich die Kathedra, auf der der Papst im Rahmen seiner Amtseinführung Platz nimmt. Das Kirchenrecht beschreibt seine Amtsgewalt folgendermaßen: „Der Papst besitzt Kraft des Amtes die oberste, volle, unmittelbare und allgemeine ordentliche Gewalt in der Kirche, die er stets frei ausüben kann.“ Seine Entscheidungen sind bestätigungsfrei, und gegen sie kann nicht berufen werden.
Mittels eines Dekrets kann er Kardinäle (lat. „cardo“ – Türangel, Drehpunkt) frei bestellen, die unter ihm die höchsten katholischen Würdenträger sind und das Kardinalskollegium bilden. Traditionell fällt diese Rolle den Leitern der wichtigsten vatikanischen Kurienbehörden und den größten und wichtigsten Diözesen der Weltkirche zu. Vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) bestand die Mehrheit aus Europäern, deren größter Anteil wiederum Italiener waren. Danach aber wuchs die Anzahl internationaler Kardinäle auch dank Franziskus stetig.
Seit Ostermontag ist der Heilige Stuhl in Rom vakant. Über eine Fläche von 881 Quadratkilometer, die in rund 335 Pfarren aufgeteilt ist, erstreckt sich die von Kardinalvikar Baldassare Reina stellvertretend geleitete seelsorgerische römische Diözese. In ihr leben rund 3 Millionen KatholikInnen, was sie zu einer der größten in Europa macht. Von ihnen werden viele dieser Tage am Petersplatz auf weißen Rauch aus der Sixtinischen Kapelle warten.
Kathpress
Begriffserklärungen
Kathedra: Bischofssitz von Rom
Kardinalskollegium: Wichtigstes Beratergremium des Papstes.
Kurienbehörden: Verwaltungsstellen, die den Papst bei der Leitung der Kirche unterstützen.
Kardinalvikar: Stellvertreter für die seelsorgerische Leitung für die Diözese Rom
Weihbischof: Hilfsbischof
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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