Kirche Steiermark
150 Jahre barmherzig

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Das Kainbacher Familienzeltfest stand im Zeichen des Jubiläums.

Es war im Mai 1875. Die Barmherzigen Brüder erwarben das Gut Kainbach bei Graz mit dem darauf befindlichen Schlössl und begründeten darin ein Heim für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. 150 Jahre später ist daraus eine Einrichtung gewachsen, die in der Steiermark 22 Wohnhäuser und Wohnungen sowie 18 Tageswerkstätten betreibt und mehr als tausend Mitarbeitende beschäftigt.

Beim großen Familienzeltfest, das traditionell am letzten Wochenende der Sommerferien auf dem Areal der Lebenswelt Kainbach gefeiert wird, wurde dieses Jubiläum gebührend begangen. Zum Festgottesdienst auf dem „Dorfplatz“ konnte Bischof Wilhelm Krautwaschl begrüßt werden. Ob die Brüder bei der Gründung geahnt hätten, was einmal daraus wird, fragte er in der Predigt. Hier werde vorgelebt, „was vielen in der Gesellschaft heute abgeht oder auch falsch verstanden wird: Ich bin angewiesen auf das Miteinander, allein schaff’ ich das Leben nicht.“ Die Bewohnerinnen und Bewohner würden deutlich machen, dass im Miteinander ein Leben glücklich gestaltet werden könne, auch wenn es anders ist als das, was die meisten sich darunter vorstellen.
Die Marktmusikkapelle Bad Waltersdorf, die auch beim anschließenden Frühschoppen aufspielte, gestaltete die Messe mit. Bei idealem Wetter fanden sich an den beiden Festtagen 5400 Gäste ein und machten den Stammsitz der Lebenswelten Kainbach zu einem Ort, an dem Inklusion und Miteinander erlebbar wird. So freuen sich die Veranstalter darüber, dass „immer mehr Familien mit Kindern mit Beeinträchtigung und Teams verschiedener Institutionen der Behindertenhilfe zu uns kommen“.

Den musikalischen Höhepunkt setzte die Tiroler Gruppe Bluatschink, die am Samstag gleich zweimal auftrat – nachmittags mit einem eigenen Kinderprogramm und abends für die Erwachsenen. Der hauseigene Zirkus Kunterbunt lud mit seinen artistischen Darbietungen zu einer Reise durch die Weiten des Weltalls. Ein großes Team an ehrenamtlichen HelferInnen sorgte für das Rundum-Wohlbefinden.

Alfred Jokesch

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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