Karfreitag
Kein Feiertag für alle

Keine Mehrheit im Bundesrat für neue Gesetzesvorlage zur Feiertagsregelung.

Enttäuschung nicht nur für evangelische Christinnen und Christen in Österreich. Der Bundesrat lehnte einen von der SPÖ eingebrachten Entschließungsantrag, die Karfreitagsregelung in Richtung Feiertag für alle zu verändern, ab, trotz Zustimmung von FPÖ und Grünen.

2019 hatte der Europäische Gerichtshof die österreichische Regelung als diskriminierend eingestuft, nach der der Karfreitag für Evangelische und Altkatholische ein Feiertag war. Die folgende Neuregelung führte nicht zu einem Feiertag für alle. Vielmehr kann ein Urlaubstag als „persönlicher Feiertag“ deklariert werden. Eine Neuregelung, die die evangelische und altkatholische Kirche und die christliche Ökumene enttäuschte und auch aus Sicht der Arbeitnehmenden keine Verbesserung darstellt, die für einen Feiertag einen Urlaubstag verbrauchen müssen.

Enttäuscht über die neuerliche Ablehnung, den Karfreitag stattdessen zum Feiertag für alle zu machen, zeigte sich auch Erich Hohl, der Leiter des Ressorts Seelsorge & Gesellschaft der Diözese Graz-Seckau. Dass der Antrag im Bundesrat mit den Stimmen der ÖVP abgelehnt wurde, verwundere, zumal gewichtige Stimmen in der ÖVP wie der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer erst kürzlich im Rahmen der evangelischen Synode in Graz sich deutlich für eine Reparatur dieser unglücklichen Regelung ausgesprochen hatten. „Feiertage“, so Hohl, „unterbrechen den Alltag, in dem Arbeit und Freizeit immer mehr verschwimmen, und sind wichtig für jede Gesellschaft. Der Mensch ist nicht nur dazu da, seine wirtschaftliche Leistung zu bringen und für sein Brot zu arbeiten … Das Wesen und der Wert von kirchlichen Feiertagen sind darin begründet, dass den Angehörigen der Glaubensgemeinschaft die Möglichkeit gegeben wird, ihre religiöse Praxis würdig begehen zu können. Allen tut eine Zäsur gut.“

Kritik an der Beharrung auf dem bloß persönlichen Feiertag übte auch der Wiener Kirchen- und Religionsrechtler Andreas Ko-watsch. In „völliger Missachtung der ge-schichtlichen Verantwortung der Republik den Evangelischen gegenüber“ hätten sich wirtschaftliche Interessen durchgesetzt und mit dem „persönlichen Feiertag“ das Problem bloß in die Betriebe verlagert.

Kowatsch könnte sich vorstellen, den Karfreitag als gemeinsamen Feiertag statt des Ostermontags einzuführen. Die religiöse Bedeutung des Karfreitags mit dem Erlösertod Christi würde einen solchen Tausch der Feiertage auf jeden Fall rechtfertigen.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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