Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag
Drama in drei Akten

Kreuz und Auferstehung. Skulptur des Gekreuzigten, der die Hände fehlen, neben der Osterkerze in der Kirche Christus der Auferstandene Graz-Süd. In die Rolle der Arme und Hände des Gekreuzigten sollen die Getauften schlüpfen und das Licht des Auferstandenen verbreiten.
  • Kreuz und Auferstehung. Skulptur des Gekreuzigten, der die Hände fehlen, neben der Osterkerze in der Kirche Christus der Auferstandene Graz-Süd. In die Rolle der Arme und Hände des Gekreuzigten sollen die Getauften schlüpfen und das Licht des Auferstandenen verbreiten.
  • Foto: Neuhold
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Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag. An diesen drei Tagen geht es um das Ganze.

Wir sind es gewohnt, dass unsere Gottesdienste mit dem Kreuzzeichen beginnen und mit dem Schlusssegen und der Entlassung „Geht hin in Frieden!“ enden. Wenn wir in der Karwoche genau aufpassen, werden wir feststellen, dass die Abendmesse am Gründonnerstag mit dem Kreuzzeichen beginnt, aber am Schluss Segen und Entlassung fehlen. Der Karfreitagsgottesdienst beginnt dann nicht mit einem Kreuzzeichen, sondern einer Schweigeminute. Er endet zwar mit einem „Gebet über das Volk“, aber ohne Schlusssegen und Entlassung. Und die Osternacht beginnt wieder ohne Kreuzzeichen. Erst am Schluss der Osternacht erfolgen ein feierlicher Schlusssegen und der Entlassungsruf, dem dann das doppelte Halleluja hinzugefügt wird. Die Kirche feiert also diese österlichen Tage wie einen einzigen Gottesdienst, der am Abend des Gründonnerstags (Vorabend des Karfreitags) beginnt und mit der Osternacht endet. Kreuzestod, Grabesruhe und Auferstehung sind wie drei Akte eines einzigen Dramas. Das ist auch für die Mitfeier interessant. Im Schauspielhaus und in der Oper gehen wir in der Regel zum ganzen Stück, nicht nur zu einem Akt.

Gründonnerstag Abend.
Im ersten Akt klingt schon das ganze Motiv des österlichen Heilsdramas an. Die Messe wird bereits in österlichem Weiß gefeiert, und es wird ein Gloria gesungen. Gleichzeitig wird der Altar entblößt und bleibt ein leerer Tabernakel zurück, weil zuvor der Leidensweg beginnt. Im Abendmahlsaal und im Garten Getsemani spielt der erste Akt. Wenn Jesus beim Abendmahl das Brot teilt und den Kelch reicht, fasst er zusammen, was sein Sterben bedeuten wird: das Gleiche, was sein Leben auf Erden bedeutete. Sich geben. Mit anderen teilen. Leben für andere. Das Evangelium erzählt von der Fußwaschung, die wir heuer coronabedingt nicht ins Spiel bringen dürfen. Ebenso wie die Eucharistie trägt uns Jesus das Dienen auf, das Dasein für andere. Zu seinem Gedächtnis.
Gestärkt von der Mahlgemeinschaft mit seinen Freunden, geht Jesus in die Einsamkeit, die keinem Leidenden erspart bleibt. Einsamkeit ist heuer ein besonders großes Thema. Vielleicht auch für unser Beten in der Ölbergstunde oder zu Hause.

Karfreitag Nachmittag. Der zweite Akt führt uns zum Kreuz. Wir werden am Anfang der Feier einfach still. Schweigend nähern wir uns dem Kreuz. Verwundete Hände, verwundete Füße, ein verwundetes Herz werden enthüllt. In einer Kniebeuge oder einer Verneigung machen wir uns klein vor dieser unfassbar großen Liebe. Viele Leiden können wir vor das Kreuz mitnehmen. Unsere eigenen und die unserer Lieben.

Osternacht
. Die Osternacht beginnt im Dunkel des Karsamstags und führt zum Licht von Ostern. Licht am Ende des dunklen Tunnels Corona erwarten wir so sehnsüchtig. So wie das Licht der Osterkerze in das Dunkel hineinleuchtet, lassen wir unsere Auferstehungshoffnung schon in die Dunkelheiten des Lebens hineinleuchten, auch wenn sie noch nicht ausgestanden sind. Nach Lichtfeier, Wortfeier und Tauffeier erwarten wir das Kommen des Herrn, das wir in der Eucharistie immer vorausfeiern. „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“

Herbert Messner

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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