Jahr der Bibel
Biblische Personen - Maria, die Mutter Jesu

Verkündigung – Lk 1,26–38
Als Maria der Engel erscheint und ihr die Schwangerschaft verkündet, ist sie vielleicht noch jung, aber nicht dumm und will es genau wissen: „Wie soll das gehen?“ fragt sie scheinbar ohne Scheu …
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  • Verkündigung – Lk 1,26–38
    Als Maria der Engel erscheint und ihr die Schwangerschaft verkündet, ist sie vielleicht noch jung, aber nicht dumm und will es genau wissen: „Wie soll das gehen?“ fragt sie scheinbar ohne Scheu …
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Maria, die Mutter Jesu
Szenen aus dem Leben einer Frau

Gebenedeite, heilige Jungfrau, Gottesgebärerin, Meerstern, Rose ohne Dornen … und noch viele weitere Beinamen, Anreden und Titel hat sie im Laufe der Jahrhunderte bekommen – Maria, die Frau, die Gott ausgewählt hat, um Mensch zu werden.
Der älteste Beleg für ihren Namen ist im Markusevangelium zu finden (Mk 6,3). Maria ist die latinisierte Form von Mirjam. Die Jüdin und Mutter Jesu trägt also denselben Namen wie die Schwester von Mose und Aaron, die im Alten Testament die erste Frau ist, die Prophetin genannt wird.
In der Bibel kommt Maria nicht sehr ausführlich zu Wort. Im Lukasevangelium spricht sie mit dem Engel, der ihr die Schwangerschaft verkündet, und stimmt ein Loblied an, als sie ihre Verwandte Elisabeth besucht. Der Evangelist Johannes erzählt von der Hochzeit zu Kana – dort sagt Maria zu Jesus: „Sie haben keinen Wein mehr.“ (Joh 2,3) – daraus wird das erste öffentliche Zeichen Jesu.
Von da an schweigen die Evangelien über Worte oder Gespräche der Mutter Jesu. Sie verschwindet auch in den Erzählungen langsam von der Bildfläche. Erst beim Tod ihres Sohnes wird sie wieder genannt.
Eine besondere Frau. auserwählt zur Mutter Gottes. Eine einfache Frau aus dem jüdischen Volk. Was hätte sie
uns noch erzählen können?

Verkündigung – Lk 1,26–38
Als Maria der Engel erscheint und ihr die Schwangerschaft verkündet, ist sie vielleicht noch jung, aber nicht dumm und will es genau wissen: „Wie soll das gehen?“ fragt sie scheinbar ohne Scheu …

Geburt – Lk 2,1–20
Von den Schreien Marias, als sie in den Wehen liegt, berichtet das „Weihnachtsevangelium“ nach Lukas nicht. Aber ich höre sie trotzdem. Dort im heruntergekommenen Viehstall schreit eine Mutter, schreit ein Baby, schreit im Chor mit dem Leid der Welt zum Himmel 

Suche – Lk 2,41–52
Jesus, der verlorene Sohn. Am Heimweg von Jerusalem ist er auf einmal weg. Marias Herz rast und kommt drei Tage lang nicht zur Ruhe. „Warum habt ihr mich gesucht?!“ antwortet der zwölfjährige Jesus, als sie ihn finden. Er ist nicht ihr Kind allein. Das ahnt Maria wohl schon früh …

Verlust – Joh 19, 25 ff & Apg 1,14
Eines der schwerste Dinge im Leben ist, das eigene Kind begraben zu müssen. Maria hat das auf ganz grausame Weise erfahren müssen. Der Schmerz geht wie ein Schwert durch ihr Herz – himmelschreiendes Leid.
Trost findet sie im Gebet zusammen mit den Jüngerinnen und Jüngern Jesu.

»Maria aber bewahrte
alle diese Worte und erwog
sie in ihrem Herzen.«
Lk 2,19


Marias Geschichte

Trotz der relativ wenigen neutestamentlichen Aussagen spielt Maria in der Kirchen-, Kunst-, Musik-, Literatur- und Frömmigkeitsgeschichte eine kaum zu überschätzende Rolle. Dies hat sich auch in der Dogmengeschichte niedergeschlagen:

» Mariendogmen
In der Zeit der Alten Kirche wurde Maria das Prädikat Gottesgebärerin (theotokos) zuerkannt (Konzil von Ephesus, 431) und ihre immerwährende Jungfräulichkeit festgehalten (2. Konzil von Konstantinopel, 553). Zusätzlich zu diesen beiden allgemein-christlichen Glaubenssätzen gibt es in der römisch-katholischen Kirche noch zwei weitere Mariendogmen aus der Neuzeit. Sie betreffen erstens die unbefleckte Empfängnis (immaculata, 1854 dogmatisiert; gemeint ist die Empfängnis Marias durch ihre Mutter Anna) und zweitens die Aufnahme Mariens in den Himmel (assumptio, 1950 dogmatisiert).
Seit dem 19. Jahrhundert wird die Miterlöserschaft und Heilsmittlerschaft Marias diskutiert. Die überbordende Marienverehrung wird in den Kirchen der Reformation kritisiert; auch in den Kirchen des Ostens werden trotz großer Verehrung Marias (u. a. durch Marienhymnen und Marienikonen) die Dogmen von 1854 und 1950 abgelehnt. Die römisch-katholische Kirche ordnet die Mariologie im zweiten Vatikanischen Konzil (in Lumen Gentium 8, 1964) im Rahmen der Ekklesiologie (der Lehre von der Kirche) ein, um einer Verselbstständigung der Marienfrömmigkeit entgegen zu wirken.

» Neuere Deutungen

In neuerer Zeit hat die Beschäftigung mit Maria von Seiten der Befreiungstheologie und der feministischen Theologie neue Impulse erhalten. Maria wird jetzt etwa als Prophetin der Armen und Unterdrückten gesehen (wobei das Magnificat eine zen-trale Rolle spielt), als Symbolfigur der erlösten Menschheit, als weibliche, den Menschen zugewandte Seite Gottes, als jüdische Mutter eines vaterlosen, illegitimen Kindes oder als Namensgeberin für innerkirchliche Reforminitiativen (Maria 2.0).
Dabei zeigt die Spannbreite der Aussagen – einerseits Kritik an frauenunterdrückenden Aspekten des konventionellen Marienbildes (Sexualitätsfeindlichkeit bei gleichzeitiger Verherrlichung der Mutterschaft, Demut und Unterordnung als weibliche Tugenden), andererseits eine Deutung Marias als „geheime Göttin“ im Christentum –, wie sehr die Sicht Marias von den jeweiligen theologischen Vorgaben und Weiblichkeitsvorstellungen geprägt ist.

aus: https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/51981/

Meine Lieblings-BIBELSTELLE
Eine Stelle in der Bibel fesselt mich immer wieder. Psalm 18, Vers 30: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“
Über Mauern? Springen? Aber warum? Mauern können ausgrenzend und trennend wirken. Manche Mauern sind klein, manche groß, manchmal sind Mauern nicht sichtbar. Unsichtbare Mauern, zum Beispiel in Form von Vorurteilen, können einem überall unverhofft im Leben und in der Gesellschaft begegnen. Aber Mauern schaffen es auch, uns Menschen Sicherheit und Geborgenheit zu geben!
Also wozu über Mauern springen? Vielleicht um die Lust auf Abenteuer anzufeuern und das wirkliche Leben, ohne den manchmal oft zu bequemen Sicherheitsgurt, zu leben. Der Psalm zeigt keinen Stillstand, sondern etwas Dynamisches, ein aktives Tun. Diese Bewegung öffnet und weitet den Blick, gibt neue Perspektiven.
In diesem Moment der Weite, der Größe sich zu bewegen bzw. sogar über Mauern zu springen, dazu braucht es Vertrauen darauf, dass man sicher gehalten wird. Vertrauen zu haben ist keine Moment-entscheidung, sondern entsteht durch gemeinsames Erleben – Erleben mit Gott. Gerade durch dieses Vertrauen überhaupt den Mut zum Springen zu haben, und dann noch über Mauern, die ansonsten oft einengen und ausschließen? Ich sage: „Ja!“. Denn Springen ist mehr als Bewegung, mehr als Laufen, Springen ist Energie und Kraft, um Hindernisse wie Mauern – ob klein oder groß – zu überwinden.
Dieser Vers gibt mir die Zusage, durch die Gegenwart Gottes Mauern, die Hürden des Lebens, zu bewältigen! Sie dabei nicht niederzureißen, sondern sie mit Kraft und Mut mit Gott zu überspringen und sicher zu landen!

Mag. Karin Weninger-Stössl BEd.,
Mitarbeiterin im Diözesanmuseum Graz
und im Referat für Elementarpädagogik

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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