Esperanto-Weltkongress in Graz
Eine-Welt-Sprache
- Grünweiß. In den Farben der Steiermark leuchtet die Esperanto-Fahne. Anfang August war Graz Gastgeberin für den
111. Esperanto-Weltkongress. Das Tourismusbüro der Stadt legte eigens „goldene“ Graz-Broschüren in Esperanto für die Kongressteilnehmenden auf. - Foto: Kampl (3)
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„La mondo venis al Graz.“ Das heißt soviel wie „Die Welt, zu Gast in Graz“ in der Sprache Esperanto. Und tatsächlich: Aus 62 Ländern waren sie angereist, die mehr als 1100 Menschen, die sich von 1. bis 8. August in Graz einfanden – zum 111. Esperanto-Weltkongress des Esperanto-Weltbundes.
Es war eine Gemeinschaft, in der niemand aufgrund seiner Muttersprache einen besonderen Vorteil hat, denn: Alle Weitgereisten sprachen in der selben Sprache. Genau das ist die Grundidee hinter der Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Plansprache Esperanto.
Auch Herbert Kampl von der Esperanto Societo Stirio (Esperanto-Gesellschaft Steiermark), die den Beinamen „Unueco“ („Einigkeit“) trägt, gehört dazu. „Mit der Überreichung der grün-weißen Esperanto-Flagge im Vorjahr war es besiegelt“, erzählt er. Damit war klar: Der Weltkongress 2026 kommt nach Graz. Der Universala Kongreso de Esperanto (Esperanto-Weltkongress) wird jedes Jahr veranstaltet, damit Esperanto-SprecherInnen aus aller Welt sich austauschen und eine Woche lang ausgiebig ihre Sprache sprechen können.
Einige Überraschungen gab es beim diesjährigen Weltkongress. Etwa, dass die Grazer Gemeinderätin Elke Heinrichs, selbst Esperanto-Lernende, in Vertretung von Bürgermeisterin Elke Kahr, auf Esperanto begrüßte. Oder, dass Dieter Hardt-Stremayr ein Versprechen aus dem Vorjahr einlöste. Beim Österreich-Kongress hatte der Graz-Tourismus-Chef dem Präsidenten des Österreichischen Esperanto-Bundes und Obmann der Esperanto-Gesellschaft Steiermark Ewald Schick eine „goldene“ Graz-Tourismus-Broschüre auf Esperanto versprochen, wenn dieser es schaffe, den Weltkongress in die steirische Landeshauptstadt zu holen. Eine kleine Sonderauflage der Broschüre auf Esperanto, mit Blattgoldprägung am Titel (unteres Bild), lag am 6. August beim Empfang im Rathaus bereit. Dort, als auch im Stefaniensaal (obere Bilder), zeigten sich die internationalen Gäste beeindruckt: von der Schönheit und der eindrucksvollen Geschichte der Stadt und der Wertschätzung ihrer Menschen für eine Sprache, die dafür gemacht ist, dass alle sie verstehen.
Der nächste Esperanto-Weltkongress findet 2027 in Melbourne statt. Der nach Australien ausgewanderte Steirer Sandor Horvath wird mitorganisieren.
Esperanto
wurde 1887 vom polnisch-jüdischen Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof konstruiert und ist weltweit die am weitesten verbreitete Plansprache. Mit ihren einfachen Grammatik- und Aussprache-Regeln soll sie die Verständigung zwischen Menschen verschiedener Nationen erleichtern – außerdem gilt sie als politisch und kulturell unbelastet. Weltweit gibt es bis zu zwei Millionen SprecherInnen. An der Volkshochschule Steiermark soll es ab Herbst erstmals auch Esperanto-Kurse geben.
Anna M. Steiner
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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