Geschichte
Die Kaiserkonferenz

In der Römerstadt Carnuntum wurden 17 Jahre vor dem Ersten Konzil von Nicäa auf heute österreichischem Boden wegweisende Entscheidungen getroffen. Historiker des dortigen Museums haben eine Sonderausstellung dazu gestaltet.
  | Foto: Römerstadt Carnuntum
  • In der Römerstadt Carnuntum wurden 17 Jahre vor dem Ersten Konzil von Nicäa auf heute österreichischem Boden wegweisende Entscheidungen getroffen. Historiker des dortigen Museums haben eine Sonderausstellung dazu gestaltet.
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In Carnuntum, im heutigen Niederösterreich, wurden Weichen für die Durchsetzung des Christentums gestellt.

Die Kirchen begehen heuer das 1700-Jahr-Jubiläum des Ersten Konzils von Nicäa, das 325 von Kaiser Konstantin einberufen wurde. Dort wurden wesentliche Weichenstellungen für Kirche und Glaube beschlossen. Das Konzil hätte aber gar nicht stattfinden können, wären nicht 17 Jahre zuvor die Weichen für Konstantins Herrschaft in der römischen Provinzhauptstadt Carnuntum, heute im niederösterreichischen Bezirk Bruck an der Leitha, gestellt worden, wie die verantwortlichen Historiker des Museums „Römerstadt Carnuntum“ argumentieren. In Carnuntum fand 308 n. Chr. die sogenannte Kaiserkonferenz statt. Die regierenden Herrscher berieten über den Fortbestand der Römischen Tetrarchie, ein Regierungssystem, in dem sich vier Kaiser die Macht teilten.

Schon der Gründer des Welttheaterfestivals „Art Carnuntum“, Piero Bordin (1947–2021), hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass damit im heutigen Österreich die Weichen für die Durchsetzung des Christentums gestellt wurden. In Carnuntum seien grundlegende Entscheidungen gefällt worden, die wesentlich zur Herausbildung der europäischen Kultur beigetragen haben.
Unter Leitung des bereits abgedankten Kaisers Diokletian entstand 308 in Carnuntum die vierte und letzte Viererherrschaft: Galerius und Maximinus Daia blieben weiterhin Augustus (Oberkaiser) und Caesar des Oströmischen Reichs, Licinius und Konstantin wurden in Carnuntum zu Augustus und Caesar des Weströmischen Reichs. Maxentius, der sich in Rom selbst zum Kaiser ernannt hatte, wurde nicht anerkannt und aufgefordert, Rom zu verlassen.

Die folgende Entwicklung: Kurz vor seinem Tod erließ Galerius – im Namen aller vier im Jahre 308 in Carnuntum ernannten Herrscher – das „Toleranzedikt von Nikomedia“, das am 30. April 311 im heutigen Izmit/Türkei veröffentlicht wurde. Das Christentum wurde erstmals toleriert und die Christenverfolgung beendet. Im Oktober 312 besiegte Konstantin in der Schlacht an der Milvischen Brücke Maxentius. Im Frühjahr 313 trafen sich die beiden letzten der ursprünglich vier Herrscher, Konstantin und Licinius, und verfassten die sogenannte „Mailänder Vereinbarung“ – eine Erweiterung des Toleranzediktes, das freie Glaubensentscheidung für die Angehörigen aller Religionen gewährte.

Quelle: Kathpress

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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