Familie
Verschluss und Zier
- Knöpfe sind auch aus der Nähwelt nicht wegzudenken. Im Fachhandel gibt es besonders viele einzigartige Knöpfe.
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Knöpfe gibt es in allen Größen, Formen und Farben.
Aus unterschiedlichen Materialien wurden im Lauf der Zeit Knöpfe hergestellt: umwickelt mit feinen Garnen und Metallfäden (Posamentenknöpfe), Knöpfe aus Gold, Silber, Elfenbein oder gar aus Edelsteinen. „Man macht die Knöpfe der Kleider, nach Verschiedenheit der Absicht, wozu sie gebraucht werden sollen, und nach der herrschenden Mode, von verschiedener Materie, Größe und Gestalt, oder Faßon …“ – so heißt es in Johann Georg Krünitz’ „Oeconomischer Encyclopädie“ (18./19. Jh.). Von kleinen Zierknöpfen bis zum aufwendig gestalteten Prunkknopf als Statussymbol – die kleinen Helfer wurden unglaublich beliebt.
Allerdings durfte nicht jeder edle Knöpfe tragen. Kleiderverordnungen regelten genau, welcher Gesellschaftsschicht welche Materialien zustanden. Das Tragen wertvoller Gold- oder Silberknöpfe war ein Privileg des Adels und den Armen verwehrt, die sich mit Modellen aus Holz oder minderwertigen Metallen zufriedengeben mussten. Die meisten Menschen hätten sich sowieso keine anderen Knöpfe leisten können.
Eine gravierende Änderung in der Knopfproduktion brachte die Industrielle Revolution im 19. Jahrhundert. Mit neuen Technologien und Materialien ließen sich nun Knöpfe in großen Mengen herstellen – sie wurden für jedermann bezahlbar. Fortan gab es sie für alles und für die unterschiedlichsten Bedürfnisse. So wurden Uniformen und Berufskleidungen mit Knöpfen ausgestattet.
Schorten/Deike
29 und 33
Nicht selten hat die Anzahl der Knöpfe auf Berufskleidung noch heute Symbolgehalt. Traditionelle Bergmannstrachten sind mit 29 goldenen Knöpfen verziert, wobei das Gold für das Sonnenlicht steht und die Anzahl 29 für das Lebensalter der heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute. Priesterliche Soutanen werden mit 33 Knöpfen zugeknöpft, die an die Lebensjahre Jesu erinnern sollen.
Ob nun ein Knopf praktisch, dekorativ oder symbolträchtig ist – auf jeden Fall ist er eine großartige und wirkungsvolle Erfindung, so klein und doch so unverzichtbar – ein Held in beinahe allen Lebensbereichen.
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Nachgedacht
Kleiner Knopf, große Wirkung
Knöpfe sind in unserem Leben allgegenwärtig. Ob an Blusen, Hemden, Hosen, Pölstern, Taschen oder Uniformen – manchmal auffällig, meist unscheinbar verrichten sie ihren Dienst. Zeit, sich die kleinen, nützlichen und oft auch hübschen Alltagshelfer einmal vorzuknöpfen.
Erst wenn ein Knopf plötzlich abhandenkommt, merken wir, wie wichtig er ist. Woher er ursprünglich stammt, liegt im Dunkeln der Geschichte verborgen. Die ersten Knöpfe tauchten bereits lange vor unserer Zeitrechnung auf. Funde von Zierknöpfen aus Stein, Knochen, Horn oder Perlmutt lassen sich bis in die Zeit der Jäger und Sammler zurückdatieren. Auch in der Antike dienten Knöpfe lediglich zur Dekoration. Bis ins 13. Jahrhundert wurde die Kleidung mit Knochen, Fibeln – broschenartigen, oft verzierten Nadeln –, Ösen und Bändern zusammengehalten.
Das Knopfloch brachte die bahnbrechende Revolution für den Knopf in seiner heutigen Funktion. Endlich hatte man die Möglichkeit, Kleidungsstücke mit einem Handgriff sicher zu verschließen und wieder zu öffnen. Gleichzeitig wurde ein neuer Berufsstand geboren, denn mit der steigenden Verwendung des praktischen Kleiderverschlusses entstand im späten Mittelalter der Handwerksberuf der Knopfmacher, die sogar einer eigenen Zunft zugehörig waren und die teils eine Lehrzeit von sechs Jahren hinter sich bringen mussten.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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