Apropos Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit am Teller
- Die Auswahl in unseren Supermärkten ist groß – die Entscheidung, zu welchen Produkten wir greifen, oft gar nicht so leicht.
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Auch Entscheidungen in Sachen Ernährung formen unsere Zukunft.
Energie sparen, Müll vermeiden, weniger Auto fahren – wenn es um Nachhaltigkeit geht, haben viele von uns eine klare To-do-Liste im Kopf. Aber was ist mit unserem Essen? Der erst kürzlich verstorbene Papst Franziskus betonte in seiner 2015 erschienenen Enzyklika „Laudato si’“, dass unser Umgang mit den Ressourcen dieser Erde auch eine Frage der Gerechtigkeit ist – und der Haltung.
Nachhaltigkeit bedeutet demnach auch im Hinblick auf das, was auf unseren Tellern liegt, so zu leben und zu wirtschaften, dass die Bedürfnisse der heutigen Generation erfüllt werden, ohne die Lebensgrundlagen künftiger Generationen zu zerstören. Oder anders gesagt – und in einen christlich-katholischen Kontext gestellt: Auch unser tägliches Essen ist Teil der Schöpfung. Die Entscheidung, was wir auf den Teller bringen, ist damit nicht nur eine ökologische Frage, sondern durchwegs auch eine spirituelle. Wenn wir nachhaltiger essen, geht es nicht um Verzicht oder um eine Liste an Verboten, sondern um Wertschätzung: für das Leben, für die Schöpfung und für die Menschen, die nach uns kommen.
Aber wie erreichen wir sie – diese „Nachhaltigkeit am Teller“? In einem ersten Schritt wohl, indem wir uns bewusst machen, dass Nachhaltigkeit hier beginnt. Denn wie so oft geht es nicht darum, alles auf einmal zu ändern, sondern darum, kleine, machbare Schritte im Alltag zu setzen – mit Achtsamkeit, Freude und einem guten Gespür für unsere Zukunft.
Andrea Harringer
Nachhaltigkeit lernen
Dass Nachhaltigkeit schon auf unseren Tellern beginnt, kann man lernen – und das schon in ganz jungen Jahren. Beim Projekt „Schule am Bauernhof“ erleben Kinder und Jugendliche Landwirtschaft hautnah und mit allen Sinnen. Sie lernen dabei, ganz nebenbei, wo unsere Lebensmittel herkommen, wie sie produziert werden und warum ein bewusster Umgang damit wichtig ist. Der direkte Kontakt mit Tieren, Pflanzen und bäuerlichem Alltag fördert Wertschätzung für Natur und Ernährung und macht zudem auch noch riesigen Spaß.
Nähere Infos dazu finden Sie unter:
www.schuleambauernhof.at
Für Sie gelesen
Klimafreundliche Küche
Martina Schneider: Das
gesunde KLIMA-Kochbuch Trias Verlag (ca. 16 €)
Ein Kochbuch für alle, die meinen, ein bisschen mehr Nachhaltigkeit könnte ihrem Speiseplan nicht schaden, bietet „Das gesunde Klima-Kochbuch“ der Ernährungsberaterin und Expertin für Ernährung und Haushaltsführung, Martina Schneider. Dass das Buch zudem Informationen und Rezepte bereithält, die auch der Gesundheit zuträglich sind, macht es zu einem wertvollen Begleiter im Alltag.
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„Vorrat neu“
Grüner Gaumenschmaus
Die Lebensmittelproduktion verbraucht Wasser, Energie und Fläche – je nach Produkt unterschiedlich viel. Besonders hoch ist der CO₂-Fußabdruck bei Fleisch und anderen tierischen Produkten. Pflanzliche Ernährung hingegen schont das Klima. „Eine rein pflanzliche Ernährung würde nur ein Viertel der Treibhausgase verursachen“, sagt Gabriele Homolka, Ernährungswissenschafterin von DIE UMWELTBERATUNG. Um mehr Pflanzen auf den Teller zu bringen, empfiehlt DIE UMWELTBERATUNG, die Vorräte entsprechend anzupassen: „Achten Sie darauf, mehr pflanzliche Zutaten zu Hause zu haben und tierische zu reduzieren.“ Obst und Gemüse – auch als Kompott, Soße oder eingelegt – bilden die Basis. Ergänzt wird der Vorrat durch getrocknete Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen oder Kichererbsen sowie durch Getreide, Nüsse und Samen. Kräuter, Pilze, Keimlinge und Sprossen sorgen für Vielfalt. Besonders nachhaltig ist es, wenn die Zutaten saisonal und regional sind.
Gabriele Homolka
Ernährungswissenschafterin
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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