Familie
Eine Kur für den Boden

Beerenobst eignet sich für Balkon, Terrasse und Garten. | Foto: pixabay
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Mulch & Kompost für guten Ertrag.

Ein zentraler Baustein im „gʼscheiten“ Naschgarten ist das Mulchen – ich nenne es eine Kur für den Boden. Mulch unterdrückt Unkraut, hält Feuchtigkeit, schützt vor Hitze und Frost und kann – je nach Material – sogar zusätzlich düngen. Besonders bei Flachwurzlern wie Himbeeren ist das entscheidend, weil ihre Wurzeln rasch austrocknen können.

Rasenschnitt ist kostenlos und wirkt wie ein Stickstoffdünger, sollte aber nur dünn aufgetragen werden, damit er nicht fault und keine Schneckenparty auslöst. Rindenmulch und Holzhäcksel sehen ordentlich aus und unterdrücken Unkraut zuverlässig, können dem Boden beim Zersetzen aber Stickstoff entziehen – hier hilft eine Kombination mit Kompost. Laub ist ein natürlicher Winterschutz und wertvoll für Mikroorganismen. Kies und Splitt sind extrem langlebig und lassen Wasser gut durch, können sich aber im Sommer stark aufheizen und machen das Reinigen (Stichwort Laub) mühsam. Wer besonders praktisch arbeiten will, kann verrottbares Vlies oder Karton als Abdeckung verwenden und darauf eine Schicht Holzhäcksel geben – das hält zwar nicht ewig, funktioniert aber ein bis zwei Jahre sehr gut und reduziert den Jät-Aufwand deutlich.

Und weil Naschgärten nicht nur hübsch, sondern auch ertragreich sein sollen, gehört die Düngung dazu – allerdings bitte organisch und maßvoll: Eine Schicht reifer Kompost rund um den Wurzelkranz wirkt oft Wunder.

Angelika Ertl

Klein, robust, reichtragend

Eine Naschzeile ist kein großes Projekt, sondern eine kleine Entscheidung – für Geschmack, Jahreszeiten und ein Stück Unabhängigkeit.
Wer Standort, Boden und Abstand ernst nimmt und den Boden mit Mulch und Kompost „bei Laune“ hält, wird Jahr für Jahr belohnt. Denn am Ende ist der Naschgarten vor allem eines – eine Einladung. Zum bewussteren Essen, zum genaueren Hinschauen, zum Arbeiten mit der Natur statt gegen sie. Und manchmal auch einfach zur besten Jause: ein Schritt hinaus, ein Griff ins Grün – und der Geschmack von Sommer direkt vor der Haustür.

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Von Pflanzen, die sich mögen & Tieren, die uns helfen

Sonja Schwingesbauer
Haupt Verlag

In diesem reich illustrierten Buch zeigt die Autorin auf, wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen uns dabei helfen, einen resilienten und ernte-reichen Garten zu erhalten – etwa indem wir die richtigen Gemüsepflanzen miteinander ins Beet setzen, Nahrung für wichtige Bestäuber bereithalten oder Nützlinge fördern, die Schädlinge fernhalten.

Nachgedacht

Gʼscheiter Naschgarten

Wer einmal erlebt hat, wie unkompliziert ein kleiner Naschgarten sein kann, will ihn nicht mehr missen. Ich empfehle: klein anfangen, dafür gʼscheit.

Für Himbeeren und andere Beerensträucher reicht im Garten ein schmaler Streifen; als Richtwert kann man einen bis eineinhalb Meter Abstand zwischen den Pflanzen einplanen, je nach Sorte und Wuchs. Damit die Naschzeile nicht nur schnell wächst, beginnt alles mit einer sauberen Beetvorbereitung. Wer aus einer Rasenfläche ein Beet machen möchte, nimmt einen spitzen Spaten, um die Grasnarbe abzustechen. Danach zählt vor allem eines: Der Boden muss locker und tiefgründig sein. Gute Erde ist die Grundlage. Ich setze zusätzlich gern auf Humus und – je nach Ausgangsboden – auch auf etwas Sand als Bodenaktivatoren, die Struktur und Bodenleben unterstützen.

Beim Pflanzen selbst gilt: Das Pflanzloch sollte großzügig ausgehoben werden, idealerweise etwa eineinhalbmal so groß wie der Wurzelballen. Ein wenig Humus im Pflanzloch erleichtert das Anwurzeln. Der ideale Zeitpunkt für Neupflanzungen ist der Vorfrühling, wenn der Boden frostfrei und noch nicht zu trocken ist.

Angelika Ertl

Beerenobst eignet sich für Balkon, Terrasse und Garten. | Foto: pixabay
Angelika Ertl
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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