Familie
Der Märchenwanderer

Die Johannes-kapelle am Schöckl (Bild) und viele weitere Glaubenszeichen auf Bergen und an Straßenrändern laden zum Innehalten ein. | Foto:  Bunderla
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  • Die Johannes-kapelle am Schöckl (Bild) und viele weitere Glaubenszeichen auf Bergen und an Straßenrändern laden zum Innehalten ein.
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Ich bin dann mal in der Natur.

Der heilige Thomas von Aquin betrachtete die Natur als ein „Buch“, das dem Menschen eine erste, natürliche Kenntnis Gottes ermöglicht, lange bevor die Heilige Schrift (das „zweite Buch“) dazukommt.
Ich erlebe das auch so: Kaum gehe ich ein paar Schritte in den Wald, oder am Meeresstrand entlang, schon spüre ich diese ursprüngliche Kraft und Schönheit und fühle mich geborgen. Meine Seele tankt sich in der Natur auf. Der irische Theologe John O’Donohue schreibt: „Wenn wir in die Natur gehen, führen wir unseren Erdkörper in seine eigentliche Heimat zurück. Deswegen hat die Wildnis eine so große heilende Kraft.“
In der Natur Märchen zu erzählen, berührt das Herz besonders. Überlieferte
Märchen kommen aus einer Weltsicht, in der alles mit allem verbunden und belebt ist: Tiere, Blumen, Bäume, Sonne, Berge, Regen, Flüsse – sie alle sprechen zu uns.

Genau das lieben Erwachsene wie Kinder, die seit Jahrzehnten in großer Zahl an meinen Märchenwanderungen teilnehmen: Wandern, lauschen und sich von Märchen berühren lassen.
Märchen öffnen uns, ähnlich wie biblische Geschichten, für das Geheimnis, das durch die Natur zu uns spricht.

Frederik Mellak 
Märchenerzähler, Musiker, Projektentwickler und seit 2026 als Referent für das Katholische Bildungswerk Steiermark tätig.

Gott fängt dich auf
„Der Schöpfer wirft uns in die Luft, um uns am Ende überraschenderweise wieder aufzufangen. Es ist wie in dem ausgelassenen Spiel, das Eltern mit ihren Kindern spielen.
Und die Botschaft lautet: Habe Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt doch und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein. Und wenn ich es Revue passieren lasse, hat Gott mich auf dem Weg andauernd in die Luft geworfen und wieder aufgefangen. Wir sind uns jeden Tag begegnet.“

Hape Kerkeling 
aus: Ich bin dann mal weg

Für Sie gelesen

Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg

Hape Kerkeling
Piper Verlag, 2009

Entertainer Hape Kerkeling ging zu Fuß zum Grab des heiligen Jakob – über 600 Kilometer durch Spanien bis nach Santiago de Compostela – und erlebte die reinigende Kraft der Pilgerreise. Ein Buch voller Witz, Weisheit und Wärme, ein ehrlicher Bericht über die Suche nach Gott und sich selbst und den unschätzbaren Wert des Wanderns.

Nachgedacht

„Griaß di!“ – Ich bin dann mal am Berg
Am Berg ist ein herzliches „Griaß di“ der typische Gruß. Das „Du“ ist selbstverständlich, unabhängig von Alter, Titel, Nation oder Religion. Am Berg sind alle den gleichen Naturgewalten ausgesetzt und geben aufeinander acht. Die Menschen fühlen sich als Teil derselben Natur und tragen ein Stück Verantwortung füreinander. Und man möchte meinen: Sie sind dem lieben Gott ein bisschen näher.
Es ist so selbstverständlich und so leicht: ein herzliches Begegnen, ein freundliches Lächeln, manchmal ein paar wohltuende Worte. Ein Miteinander, das uns im Alltag oft fehlt.
Ist es genau diese Einfachheit, die uns zeigt, wie leicht echtes Miteinander entstehen kann?
Und können wir diese Leichtigkeit des Begegnens vielleicht in den Alltag mitnehmen – an die Supermarktkassa, in den Straßenverkehr, zur nächsten Sitzung und wo es gerade gebraucht wird, wohl-
tuende Worte zu schenken und aufeinander achtzugeben?
Ich finde, wir sollten es versuchen. Denn was uns am Berg selbstverständlich erscheint, kann auch unten im Tal zu einem neuen Miteinander werden.

Michaela Bunderla
Fachreferentin für Aus- und Weiterbildung und Regionalbetreuung im
Katholischen Bildungswerk.

Die Johannes-kapelle am Schöckl (Bild) und viele weitere Glaubenszeichen auf Bergen und an Straßenrändern laden zum Innehalten ein. | Foto:  Bunderla
Michaela Bunderla, Fachreferentin für Aus- und Weiterbildung und Regionalbetreuung im Katholischen Bildungswerk.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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