Groß Gerungs
Kriegerkapelle mahnt zu Frieden und Freiheit

Der Ort Groß Gerungs hat kein Kriegerdenkmal wie sonst üblich, sondern hier gibt es eine eigene Kriegerkapelle mit einem Turm und einer Glocke für die Gefallenen und Vermissten.

„Dieses Bauwerk wurde in den Jahren 1921 und 1922 hoch über der Stadt und weithin sichtbar errichtet und im Februar 1923 feierlich eingeweiht; es diente ursprünglich als Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkrieges, nach 1945 wurde die Kriegerkapelle aber auch den Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkrieges gewidmet“, berichtet Brigadier i. R. Franz Teszar, Ehrenpräsident des Kameradschaftsbundes NÖ und Ehrenmitglied des ÖKB-Stadtverbandes Groß Gerungs.

Außen an den Wänden sind Marmortafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten aus der Stadt und den Katastralgemeinden der Pfarre Groß Gerungs angebracht und im Inneren befindet sich ein Altar mit dem Spruch: „Den Gefallenen zur Ehre und den Lebenden zur Mahnung.“ An den Seitenwänden innen hängen christliche Andenken und Bilder zahlreicher Gefallener. Auch ein Foto des mitten im ehemaligen Schlachtfeld von Stalingrad liegenden Soldatenfriedhofes Rossoschka sowie ein Säckchen mit russischer Erde befindet sich dort.

In den letzten Jahrzehnten wurde die Kapelle außen, der Turm und die breite Stiege, die zur Gedenkstätte hinaufführt, sowie das Innere der Kapelle durch den Kameradschaftsbund und die Stadtgemeinde mehrmals renoviert, sodass sich die Kriegerkapelle in einem sehr guten Zustand befindet. Die Kameraden des Stadtverbandes marschieren traditionell jeweils am 1. November nach dem Totengedenken am Friedhof zur Kriegerkapelle und führen dort im Beisein des Stadtpfarrers eine Kranzniederlegung durch.

Teszar betont: „Die Kriegerkapelle dient – wie alle anderen Gedenkstätten auch – nicht der Heldenverehrung in einem falsch verstandenen großsprecherischen pathetischen Sinn, sondern sie symbolisiert ein Mahnmal gegen Krieg, Gewalt, Unterdrückung und Diktatur; und die Gefallenen, deren Namen in den Marmortafeln eingraviert sind, mögen die Nachkriegsgenerationen, die in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben dürfen, gemahnen, wachsam zu sein und alles zu tun, dass sich das, was damals geschehen ist, niemals mehr wiederholen darf.“

„Kapellen – Marterl – Kreuze“ ist eine Kirche bunt-Reihe, in der Geschichten von Kleindenkmälern vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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