Ein Jubiläum in Zuversicht
Beten Sie für den Frieden?

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Das Magazin inpuncto hat nach Erfahrungen mit dem Friedensgebet gefragt.

Versöhnung. Wir im Servitenorden beten regelmäßig für Frieden in unseren Gemeinschaften, den Familien, der Gesellschaft und in der Welt. Dafür haben wir mehrere Gebete, die Bezug auf zwei große Figuren unserer Ordensgeschichte nehmen. Der hl. Philipp Benizi rief als päpstlicher Legat im zerrütteten Mittelitalien zur Versöhnung zwischen verfeindeten Parteien auf. Der hl. Peregrin Laziosi, ein aufrührerischer Jugendlicher, ohrfeigte Benizi, weil ihm dessen Mahnung gar nicht passte. Philipp nahm die Ohrfeige einfach hin. Was Peregrin so zu denken gab, dass er selbst Ordensbruder und für seine Friedfertigkeit berühmt wurde. Das lehrt mich: Ein Gebet wird fruchtbar, wenn es BeterInnen zu Menschen des Friedens macht. Ein Mitbruder sagte einmal: Es ist leichter, für ­Frieden zu beten, als mich mit meinem Mitbruder zu versöhnen … 

Verbindend. Unser Friedensgebet ist aus der Idee entstanden, Widersprüchliches, politisch und persönlich Belastendes auszusprechen und vor Gott zu bringen. Menschen verschiedener kultureller Herkunft und mit unterschiedlichem religiösen Hintergrund treffen sich, Verbindendes und Austausch stehen dabei im Mittelpunkt. Was Frieden bedeutet, ist nicht immer leicht fassbar. Es geht um Handlungsspielräume, die Wege öffnen hin zur privaten und gesellschaftspolitischen Verantwortung. Was andere Menschen beschäftigt, welche Bitten sie vorbringen, Worte zu hören, die andere geschrieben oder gebetet haben, das allein zu spüren ist eine Entlastung. 

Umgang miteinander. Für mich hat ein Friedensgebet auch heute Bedeutung. Es ist ein spiritueller Rückzugsort, eine Kraftquelle, um sich für Dinge einzusetzen, die einem wichtig sind. Bei mir gibt es eine familiäre Tradition zur Rosenkranz-Gebetsgemeinschaft. Frieden mit Gott ist eine Seite, die zweite der Friede mit anderen Menschen, der Umgang miteinander. Nicht umsonst gib es auch in einer Messe den Friedensgruß. Frieden heißt nicht nur das Nichtvorhandensein von Krieg, sondern auch jener im Herzen, wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen. Ich glaube, dass Gebete wie Worte hier eine Bedeutung haben und etwas bewegen. Es stärkt eine Gemeinschaft, sich richtig zu verhalten. 

Form gibt Halt. In meiner Familie in Osttirol wurde einst der Rosenkranz noch jeden Abend gebetet. Hier im Innsbrucker Karmel hat das Rosenkranzgebet natürlich täglich seinen festen Platz. Gerade an Tagen, wenn es mit dem Gebet nicht so einfach ist, gibt die vorgegebene Form Halt, sie ist wie ein Geländer. Ich kann viel hineinlegen und der Muttergottes alles anvertrauen. Auch wenn die Zeit für einen ganzen Rosenkranz nicht immer reicht, ein G’satzl geht sich immer aus. 

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