Ordensfrau Katharina Laner im Gespräch
„Als Mensch angenommen“

„Ich lasse einen Ort zurück, den ich als Daheim bezeichne.“
  • „Ich lasse einen Ort zurück, den ich als Daheim bezeichne.“
  • Foto: Kardinal Schwarzenberg Klinikum/Eva Mrazek
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Was die Ordensspitäler so einzigartig macht und wie sich Karriere und der Ruf Gottes vereinbaren lassen, erklärt Sr. Katharina, die langjährige Geschäftsführerin des Kardinal Schwarzenberg Klinikums. Seit Kurzem leitet sie die Provinz Graz-Mitteleuropa der Barmherzigen Schwestern.

Interview: Alexandra Laubner

Sie haben sich Ende 2020 als Geschäfts­führerin des ­Kardinal Schwarzenberg Klinikums ­verabschiedet. Was vermissen Sie am meisten?
Das ist schwierig zu sagen, denn in den 41 Jahren sind mir die Schwestern­gemeinschaft, das Klinikum und die Pfarre zur Heimat geworden, die ich jetzt verlasse, um eine neue zu empfangen. Aus der Sicht der Nachfolge antworte ich auf den Ruf zu ­einer neuen Aufgabe, verlasse Gewohntes und Liebgewordenes und lasse mich auf Neues ein. Die innere Verbundenheit mit Schwarzach wird weiterhin bestehen bleiben.

Was macht die Ordensspitäler ­unverzichtbar?
Neben aller Wirtschaftlichkeit und Inno­vation ist es vor allem eines: Nämlich, dass der Mensch als Mensch wahr- und angenommen wird.

Sie sind Managerin und geistliche Schwester: Was charakterisiert Ihrer Meinung nach Orden und Beruf im 21. Jahrhundert?
Zum Charakteristikum der Orden und geistlichen Gemeinschaften gehört seit jeher, dass sie im Dasein für die Menschen über das Diesseits und Heute ­hinaus­­weisen. Es geht meiner Meinung nach um die Frage, wie das Charisma der ­Ordens­­gemein­schaften, deren Fundament das Evangelium ist, in der jeweiligen Zeit­epoche authentisch gelebt werden kann. Verwurzelt im Evangelium für die Menschen von heute, mit den Mitteln von heute.

Sie haben sich sehr früh für ein Leben in der Gemeinschaft entschieden. Was war dabei ausschlaggebend und was hat Ihren weiteren Lebensweg, auch die Entscheidung, eine Führungs­position zu übernehmen und an der Wirtschaftsuniversität zu studieren, geprägt?
Meine Kindheit war geprägt vom gelebten Glauben meiner Eltern. Dies ist der Boden, auf dem der Ruf zur Nachfolge gereift ist. Nach einigen Jahren inneren Ringens und Fragens wurde meine Antwort zu diesem Ruf mit der Frage meiner Lehrerin „Und was wirst du einmal werden?“ herausgefordert. Meine Antwort: „Schwester – so eine wie Sie.“ Meine Eltern entließen mich mit folgendem Satz in die Freiheit der Nach­folge: „Wenn es dein Weg ist, dann gehe ihn. Wenn du draufkommst, er ist es nicht, dann komme zurück und schäme dich nicht.“
In dieser Freiheit habe ich zur Berufung „Ja“ gesagt und mich Gott mit meinen Gaben und Fähigkeiten zur Verfügung gestellt. Im Verständnis unserer Gesellschaft habe ich „Karriere“ gemacht. Für mich jedoch waren es Anfragen meiner Gemeinschaft, denen ich nach einer Zeit der Überlegung zugestimmt habe. Um diese Aufgaben zu erfüllen, konnte ich immer die notwendigen Ausbildungen machen.

Was ist Ihre Kraftquelle?
Ich habe mehrere Kraftquellen, die wichtigste ist das geistliche Leben, die Beziehung zu Gott. Das gemeinschaftliche Leben und das achtsame, staunende Wahrnehmen der Schöpfung sind ebenso große Kraftquellen für mich. Auch Freude, Dankbarkeit und Zufriedenheit stärken mich.

Ihre Botschaft an junge Menschen?
Gestaltet mit euren Gaben und Fähigkeiten die Gesellschaft mit! Seid dabei großzügig, denn alles, was man einsetzt und teilt, wächst und bringt Frucht. Habt Mut zur Stille und horcht auf die innere Stimme, die den Weg weist. Geht diesen Weg mutig und habt keine Angst! Lebt in Solidarität mit­einander und seid achtsam im Umgang mit der Schöpfung!

Autor:

Kooperation Kirchenzeitungen aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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