Svjetlana Wisiak

Beiträge zum Thema Svjetlana Wisiak

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Positionen - Svjetlana Wisiak
Lass sie, lass mich

Neulich stieg ich telefonierend in eine nahezu leere Straßenbahn. Manchmal sind Wege von A nach B die einzige Gelegenheit, von meiner Familie zu hören, die ich nur selten sehe. Das konnte die Dame, die kurz darauf zustieg, natürlich nicht wissen. So verlieh sie ihrem Unmut über mein Telefonat mit Schleudertrauma auslösendem Kopfschütteln Ausdruck – während sie sich genau auf den Platz vor mir hinsetzte. Bald ergänzte Schnaufen ihre Gesten, was meiner Phantasie unweigerlich das Bild einer...

  • 22.04.26
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Explodierende Eier

Vielleicht kennen Sie die Videos über vermeintliche Schnäppchen aus dem Internet: vom Teppich, der in eine Handfläche passt oder dem Hundebett, in dem höchstens ein Hamster Platz hat. So war ich skeptisch, als die Sozialen Medien mein Vorhaben, mir neue Pfannen zuzulegen, aufgriffen. Selbst der britische Starkoch, der mich aus der Werbeanzeige angrinste, konnte mir die Zweifel nicht nehmen. Doch alle Rezensionen stellten diesen Pfannen gute Noten aus, und so landeten sie kurz darauf auf meinem...

  • 11.03.26
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Einmal „mit ohne“

Recht hell, so ein alkoholfreier Radler, denke ich mir, während ich beim Einschenken unter Einsatz all meiner Talente eine Schaumkrone ins Glas modelliere. Nicht lange dauert es, bis ich mir die Sinnfrage stelle: Ist es denn so ein kümmerliches Schaumhäufchen wert, das Kalorienkonto des heutigen Tages zu belasten? Schon längst ist der Grübel-Apparat voll im Gange und einmal mehr sind wir an dem Punkt angelangt, die Faszination am „Dry January“ – also dem Alkoholverzicht im Jänner – zu...

  • 28.01.26
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Unglückseliges Christkind

Ich bin eine furchtbare Schenkerin. Wochenlang suche ich nach Dingen, die dann doch nicht gut genug sind. Umso froher war ich, als ich eines Tages, einem Tipp folgend, ein besonderes Comicbuch für einen lieben Menschen besorgen konnte. Ein Dreivierteljahr später kündigte ich das Geschenk als Inhalt der kühnsten Träume auf einer Reise an. Zwei Wochen Vorfreude bauten sich zu einem Höhenflug der Glücksmomente auf. Die Heimreise war erfüllt von erwartungsvoller Aufgeregtheit. Als der...

  • 10.12.25
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Positionen - Elisabeth Wimmer
Balancieren üben

„Grüß Gott in unserer kuscheligen Kirche“, werden wir mit Schmäh vor der Messe begrüßt. Ich lerne wieder eine Kirche kennen. (Ganz nah ist mir noch der Eindruck vom Dom in Venzone, der – wieder aufgebaut nach den Erdbeben von 1976 – seine Wunden nicht verschweigt.) Das Kirchlein Maria Altötting im steirischen Winklern kommt mir in anderer Weise entgegen. Der Kirchenraum, nach dem Vorbild der Gnadenkapelle von Altötting errichtet, hat tatsächlich etwas Heimeliges, und die freundliche...

  • 12.11.25
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Eine Margerite zum Abschied

Kürzlich habe ich erfahren, dass ein Bewohner einer unserer Einrichtungen verstorben ist. Das kommt ab und zu einmal vor, und es ist jedes Mal traurig. Diesen Bewohner kannte ich aber seit ich bei den VinziWerken angefangen habe. Er war wortkarg, schüchtern und zurückgezogen. Eine Familie hatte er nicht oder hielt zumindest keinen Kontakt zu näheren Verwandten. Mit mir hat er selten gesprochen, höchstens hat er mir ab und zu einen kritischen Blick zugeworfen. Eines Tages ging ich nach einem...

  • 05.11.25
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Gute Laune auf Umwegen

Man könnte es einer höheren Gewalt wie der Hitze zuschreiben oder dem durch Baustellen erschwerten Weg zur Arbeit und mangelnder Fahrrad-Wartung – aber wenn ich im Sommer morgens das Büro betrat, so hatte ich schlechte Laune. Die Kolleginnen, die sie ausbaden mussten, gingen zur Praxis über, mich in der ersten halben Stunde nach meinem Eintreffen nicht anzusprechen. Als ich mich eines Morgens in großer Hektik für die Arbeit fertigmachen musste, war Eskalation vorprogrammiert. So erledigte ich...

  • 17.09.25
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Sorgen links liegen lassen

In den schottischen Highlands fährt man, wie im Rest des Vereinigten Königreichs, auf der linken Straßenseite. Die Umstellung fällt hier nicht allzu schwer, denn die meisten Straßenmeilen liegen noch auf so genannten „Single Track Roads“, also schmalen Sträßchen auf deren Breite nur ein Auto Platz hat. Begegnet man einander, so weicht man auf „Passing Places“ (Ausweichbuchten) aus. Man winkt sich freundlich zu (übrigens nicht nur in den Buchten; eigentlich ist es egal, wo man sich begegnet –...

  • 06.08.25
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Ver(un)sicherungen

Weil ich seit geraumer Zeit das ungute Gefühl hatte, dass mein Immunsystem angeknackst ist, beschloss ich, mich einer Gesundenuntersuchung zu unterziehen – zum vielleicht dritten Mal in meinem Leben. Es ist erstaunlich, dass ich zwar jedes Jahr mein Auto zum Pickerl bringe, aber bei mir selbst das jährliche „Service“ vernachlässige. Also rief ich bei meinem Internisten an, nur um zu erfahren, dass er pensioniert ist. Ich weiß ja nicht, ob Sie dieses Gefühl auch kennen – aber ein neuer Arzt...

  • 11.06.25
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Auch im Lachen verbunden

Am Tag nach dem Tod von Papst Franziskus wurden die VinziWerke für ein Fernseh-Interview angefragt. Ich sollte assistieren und, wenn notwendig, Vorschläge für Antworten liefern. Als Nicht-Deutsch-Muttersprachlerin unterlaufen mir selten, aber doch, sehr „undeutsche“ Versprecher. Ein solcher brachte bei besagtem Interview Fernseh-Team und Interviewte für einige Minuten zum Lachen. Nicht gerade angebracht, möchte man meinen. Vielleicht haben Sie auch schon Begräbnisse erlebt, bei dem im...

  • 29.04.25
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Positionen - Svjetlana Wisiak
1:0 für die Schwerkraft

Heute schreibe ich stehend. Nicht nur, weil ich einen Steh-Arbeitstisch habe, sondern auch ein beleidigtes Körperteil. Zwei Wochen sind seit meinem Abenteuer „Langlaufkurs“ vergangen. Vorkenntnisse? Null. Immerhin, als Läuferin musste ich doch nur den „Lang“-Teil vom Langlaufen lernen. Richtig? Falsch. Da stehe ich also auf diesen irrsinnig rutschigen Brettln, und statt einer energisch-elegant gleitenden Gazelle (die würden auf Langlaufskiern sicher auch lustig aussehen) gleiche ich eher einer...

  • 19.03.25
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Zu viel Action mit Mario?

Den Tag beginne ich damit, im Stall meine Kühe zu melken. Das bringt am meisten Geld, und nach einem Jahr im Business bin ich schon so weit in Übung, dass danach genügend Kraft übrig ist, um all meine Gemüsefelder zu bestellen. Mittler-weile bleibt mir danach sogar noch Zeit, um in den Wald zu reiten, bei der Ausgrabungsstätte mitzuhelfen, fischen zu gehen, oder mich mit anderen Dorfbewohnern zu unterhalten. Aber keine Sorge, ich habe keinen alternativen Beruf ergriffen! Als Kind der Neunziger...

  • 05.02.25
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Positionen - Svjetlana Wisiak
„Eigentlich geht es um nix“

„Was soll ich als Nächstes schreiben?“ – Diesen Gedanken habe ich neulich in Hinblick auf meine Positionen ausgesprochen. „Schreib doch das, was du gerade gesagt hast!“, schlägt meine Kollegin vor. „Hm, was hab’ ich denn gerade gesagt?“ Unglaublich, wie schnell ich vergessen konnte! In der Vorweihnachtszeit geht es mir wie vielen anderen Menschen. Zur Dunkelheit der kurzen Tage gesellen sich Reizüberflutung, Abgabendruck und die Anspannung der Mitmenschen, die aus Stress resultiert. Inmitten...

  • 18.12.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Zwischen Teamgeist und Jagdinstinkt

Neuerdings wird mein Berufsalltag von einem neuen Kollegen beherrscht. Er ist herrisch, launig, eigensinnig, chaotisch, und nicht selten schläft er während der Arbeitszeit – und alle lieben ihn. Sobald er einen Raum betritt, zieht er jede Aufmerksamkeit auf sich, die Handys füllen sich mit Fotos von ihm, und niemand ist ihm böse, wenn er überall dort, wo er sich niederlässt, Haare verliert. Klingt irritierend, wenn wir denn über einen Menschen reden würden. Mein neuer Kollege tapst allerdings...

  • 06.11.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
5000 Jahre bis zur Erkenntnis

Als Heranwachsende in der Stadt Salzburg habe ich es immer vermieden, die Getreidegasse zu betreten. Touristenströme haben es unmöglich gemacht, sich darin schneller als eine Schildkröte zu bewegen. Als Touristin in fremden Städten bemühe ich mich deshalb tunlichst, niemandem im Weg zu stehen, abruptes Stehenbleiben zu unterbinden, genauso wie waghalsige Selfie-Standorte. Als ich kürzlich zum ersten Mal im Begriff war, die 5000 Jahre alten Marmorstufen der Akropolis zu beschreiten, begleitete...

  • 25.09.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
„Sollen sie doch Wasser trinken!“

Man könnte ihn als Mahnung oder Erinnerung bezeichnen, oder als Gefahr für elektronische Geräte: den Wasserkrug auf meinem Schreibtisch. Ein- bis zweimal täglich wird er mit frischem Wasser gefüllt. Bei den aktuellen Temperaturen könnte man nach einer halben Stunde eigentlich schon von Tee sprechen. Da wird die kalte Limonade im Kühlschrank zum Highlight des Tages. Ein gespritzter Holundersaft löscht den Durst nach dem Sport schneller als Wasser; ein Saftpackerl verwandelt weinende Kinderaugen...

  • 31.07.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
In 20.000 Schritten zur Erkenntnis

„Und, habt ihr euch gut vertragen?“, wurde ich neulich gefragt. Gerade war ich von einem viertägigen Städtetrip mit einer Freundin zurückgekehrt. 20.000 Schritte haben wir am Tag zurückgelegt, 37 Grad überlebt, unzählige Fotos geschossen. Haben wir uns gut vertragen? Zumindest sind keine Tränen geflossen. Ein voller Erfolg, würde ich sagen. Nur: Wie kann es denn sein, dass es im Landesinneren keinen frischen Meeresfisch gibt? Und der Aperol ist richtig teuer. Wieso werden auf diesem Flohmarkt...

  • 26.06.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Vergeudete Zeit?

Es war Wochenende und ich tief in einer wohligen Wolke aus Nichtstun versunken. Eine Kombination aus Urlaub, Fenster- und Feiertagen hatte den stressigen Alltagstrott in die Versenkung geschickt. Meine Bettlektüre zog mich genauso wenig an wie die Wochenendzeitungen oder die Lust aufs Kochen. Und ich genoss es in vollen Zügen. Läufer nennen ihn den „Mann mit dem Hammer“. Es ist der Moment beim Marathon, in dem sich die anfängliche Selbstüberschätzung rächt und du plötzlich keinen Schritt mehr...

  • 15.05.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Mehr als tausend Worte

Als leidenschaftliche Hobby-Joggerin bevorzuge ich für meine Trainingseinheiten den frühen Morgen. Jetzt könnte ich Ihnen Gründe dafür nennen, wie Motivationsschub nutzen, gut in den Tag starten, frische Energie tanken. Fakt ist, in der Früh hast’ halt auch einfach deine Ruh’ – und die schätze ich fast am meisten, wenn ich meine Runden drehe. Mitunter kommt es allerdings vor, dass ich in meiner Idylle gestört werde. Von Baustellen, von Hindernissen, von Hundehaufen. Sie werden dafür mit...

  • 03.04.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Im Melodram der Generationen

Beizeiten beobachte ich mich dabei, wie furchtbar mich die „Gen Z“ (Jahrgang 1995 bis 2010) aufregt oder mich zumindest belustigt. Fehlende Arbeitsmoral, falsche Prioritäten, Unzuverlässigkeit sind die negativen, Allüren und Melodrama die amüsierenden Aspekte des facettenreichen, von meiner „Generation Y“ formulierten Wesens dieser „jungen Leute“. Nicht selten genieße ich (auch deshalb) die Gesellschaft von Personengruppen, die ein signifikant höheres Durchschnittsalter als ich aufweisen. An...

  • 14.02.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Unproportional

Mit Vorfreude erwarte ich ein Paket, das in den nächsten Tagen geliefert werden soll. Als das Packerl nach einer Woche noch nicht da ist, mischt sich Ungeduld unter die Freude. Eine Nachfrage ergibt: Nicht angetroffen, zurück an den Absender. Aus dem explosiven Gemisch in der Bauchgegend wird Zorn, der sich in passiv aggressiven „Bitte jederzeit an Tür XY abstellen“-Schildern in unproportionaler Größe ausdrückt. Ich zumindest hätte, wäre ich beim in Ungnade gefallenen Paketdienst angestellt,...

  • 20.12.23
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Gute Fahrt?

Als ein grundskeptischer Mensch werfe ich immer, wenn ich das Wohnhaus verlasse, einen kurzen Blick zum Auto: Ist alles in Ordnung, muss ich ein „Möchten Sie Ihr Auto verkaufen?“-Karterl von der Scheibe kratzen, oder habe ich geistesabwesend den Tankdeckel offen gelassen? Nichts Außergewöhnliches war mir eines Morgens aufgefallen, als ich mich auf den Weg zur Arbeit machte. Nun stellen Sie sich meine Bestürzung vor, als ich nach einem nicht einmal zehnminütigen Zwischenstopp in die Parkgarage...

  • 31.10.23
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Hatschi!

Am 19. Juli notierte ich mir eine Idee für meine kommenden Positionen: Minister Rauch wurde in einer Zeitung mit dem Satz zitiert: „Bevor man krank wird, passiert nichts.“ Fünfeinhalb Stunden später erfuhr ich vom Ableben unseres VinziWerke-Gründers Pfarrer Pucher. Bevor Sie fragen: Nein, zum Glück wurde sein Tod nicht von einem „kränkelnden“ Sozialstaat verursacht. Dennoch kommt man in solchen Zeiten nicht umhin, sich an seine mahnenden Worte zu erinnern: Menschen, die am Rande unserer...

  • 13.09.23
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Positionen
Hallo, Opa!

Neulich an der Kasse. Eine Frau hält den Lautsprecher ihres Smartphones ans Ohr gepresst. Bald wird klar, dass sie eine Sprachnachricht abhört. Ich kämpfe gegen das Bedürfnis, ihr zu erklären, dass man über die reguläre Hörermuschel Nachrichten leise und privat so abhören könnte, als ob man gerade telefonieren würde. Aber nein, niemand erhält gerne ungefragten Rat. Hier auch schon der springende Punkt: „… als ob man telefonieren würde.“ Tut man nämlich nicht. Man erklärt in langen gestotterten...

  • 07.06.23
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