2. Sonntag im Jahreskreis | 19. Jänner 2025
Kommentar
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Aus dem Vollen schöpfen
Bei den Koalitionsverhandlungen steht die Sanierung des Staatshaushaltes, die Eindämmung der Verschuldung im Vordergrund. Naturgemäß kommt da keine Feierlaune auf, es geht darum, eine drängende Notlage abzuwenden und Kürzungen vorzunehmen.
Die Mission Jesu besteht ebenfalls darin, sich der Not der Menschen anzunehmen und jenen zur Seite zu stehen, die schwere Lasten zu tragen haben. Oft geht es auch dabei um Befreiung von Schuld. Insofern ist es erstaunlich, dass im Johannesevangelium das erste „Heilszeichen“ Jesu bei einer Hochzeit geschieht und damit eine eher läppische Notsituation beseitigt wird. Irritierend ist auch die schroffe Antwort Jesu zu seiner Mutter. Aber er lässt sich von ihrem Bitten zu einer Handlung bewegen, die er selbst gar nicht im Sinn hatte.
An erster Stelle soll in unserem Glauben wohl die Erfahrung stehen, dass Gott uns das Leben zum Fest machen will, dass er uns in überreicher Fülle beschenkt und uns Besseres bereithält, als wir selbst hervorbringen können. Gestärkt davon und erfüllt von Freude können wir auch Menschen in Notsituation anders begegnen. Wer aus dem Vollen schöpft, kann viel geben.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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