31. Sonntag im Jahreskreis | 31. Oktober 2021
Kommentar

Jesus bringt mehr ans Licht, als einem lieb ist

Eine Begegnung mit Jesus nimmt oft einen völlig unerwarteten Verlauf und bewirkt überraschende Veränderungen. Ein Schriftgelehrter sucht ihn auf mit der Absicht, die Rechtgläubigkeit Jesu zu überprüfen. Doch am Ende ist es Jesus, der dem Lehrer ein Zeugnis ausstellt und ihm attestiert, dass er selbst dem Reich Gottes nahe ist. Jesus scheint sich nicht sonderlich für eine theoretische Glaubenslehre oder Doktrin zu interessieren. Er lenkt jedes Gespräch auf eine ganz persönliche, existenzielle Ebene. Es geht nicht um ein allgemeines Glaubenswissen, sondern um die eigene Position zum Reich Gottes.

Lieber unterhalten wir uns abstrakt über „die Kirche“, „den Staat“ oder „die Politik“, über das, was zu tun wäre oder wie es denn sein müsste, wenn es nach uns ginge. Wir bleiben lieber im Konjunktiv, als über konkrete Konsequenzen im eigenen Leben nachzudenken. Jesus lässt das nicht zu. Er weiß wohl, dass solche Gespräche folgenlos bleiben und reine Zeitverschwendung sind. Es wagt niemand mehr, ihm eine Frage zu stellen, weil die Menschen spüren, dass das für sie unbequem werden könnte und mehr über sie selbst ans Licht bringen könnte, als ihnen lieb ist. Da will sich niemand gerne in die Karten schauen lassen. Und so manches über sich will man besser selbst nicht so genau wissen.

In einem sind sich der Schriftgelehrte und Jesus einig: Am wichtigsten ist die Liebe, die Liebe zu Gott und die Liebe zu seinem oder seiner Nächsten. Gerade die Liebe ist jedoch nie abstrakt oder theoretisch. Sie existiert nur, wenn sie praktiziert wird.

Alfred Jokessch

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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