Kirche Steiermark
Nicht zaudern

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Stift St. Lambrecht. Symposium mit Impulsen aus dem benediktinischen Dreiklang „Bete, arbeite und lies“.

Das Stift St. Lambrecht feiert heuer sein 950-jähriges Bestehen – unter anderem mit dem Symposium „Für eine Pastoral des Daseins“, das von 15. bis 17. Oktober im Benediktinerstift stattfand. Den Hauptvortrag hielt Johannes Eckert, Abt in St. Bonifaz in München. Unter dem Titel „Suche Frieden und jage ihm nach“ sprach Abt Eckert über die Bedeutung der Regel des hl. Benedikt für unsere Zeit. Friede sei für Benedikt nicht selbstverständlich, sondern verlange Mühe und Anstrengung.

Zum Erreichen des Friedens im Inneren wie in der Welt rundum verweist Abt Eckert auf die Grundlage benediktinischen Lebens: „Ora, labora et lege – bete, arbeite und lies“. Beten bedeutet für ihn, Gott in allem zu suchen und auf diese Weise die Unbegreiflichkeiten des Lebens auszuhalten – etwas, das nicht nur Mönchen, sondern jedem Menschen gut tue. Er verweist auf die Psalmen, die Zweifel und Anklage ebenso enthalten wie Lob und Dank. Lesen bedeutet für ihn, sich mit alten Kirchentexten zu beschäftigen, mit der Bibel oder der Regel des hl. Benedikt. Das Arbeiten sei nötig, weil „Müßiggang der Seele Feind ist“, zitiert der Abt von St. Bonifaz den hl. Benedikt. Die Arbeit sei die stabile Komponente der Benediktiner, zu der auch die Gastfreundschaft zu zählen sei. Die Arbeit gebe Halt, sie lehre Geduld und Durchhaltevermögen.
Über allem stehe ein Leben im rechten Maß – nicht zaudernd, aber auch nichts überstürzend, vielleicht mal hinfallend, aber immer wieder aufstehend mit dem Ziel, gut weiterzumachen, so der Benediktiner.

Symposium zum geistvollen Leben. Daniela Blum von der Universität Freiburg sprach über die Zeit des 546 verstorbenen heiligen Benedikt, das Zusammenspiel von Kirche und Staat im Frühmittelalter und die Stiftung in St. Lambrecht. Isabella Bruckner vom Pontificio Ateneo Sant’Anselmo in Rom referierte über die Zeit, ihren Rhythmus und die Verortung des Mönchtums in der Zeit. Sie sieht „Mönche als rätselhafte Gestalten nicht aus dieser Welt, die mit dem Eintritt in den Orden in ein Buch eintreten und den Rhythmus dieses Buches“; nämlich die Ordensregel des hl. Benedikt.

Pastoraltheologe Bernd Hillebrand von der Uni Graz bedachte die praktische Bedeutung des Mönchtums und sprach über deren Da-Sein für die Menschen in unserer einsamen Zeit. Das Sofa nannte er als Symbol für Gastfreundschaft und Freigiebigkeit, zentrale Dienste der Orden und der Kirche insgesamt.

Ebenso am Programm standen Workshops von Gabriele Eder-Cakl vom Österreichischen Pastoralinstitut über „Christliche Gemeinschaft!? Einblicke in Praxisformen einer zeitgemäßen Pastoral in Österreich“, Alexander Notdurfter von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen sprach über „das Prinzip einer pastoralen Gastlichkeit“ sowie Pater Martin Werlen von der Propstei St. Gerold in Vorarlberg über die „Mystik als klösterliche und pastorale Grundhaltung zwischen Seelsorge und Selbst-Sorge“.

Thomas Stanzer

Foto: Gerd Neuhold/Sonntagsblatt für Steiermark
Foto: Gerd Neuhold/Sonntagsblatt für Steiermark
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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