Vatikan
Liebe und Respekt
- Am Beginn des Bischofstreffens anlässlich „Zehn Jahre Amoris laetitia“ war Papst Leo XIV. (Bildmitte) noch dabei. Am Tag vor dem Abschlussgottesdienst des internationalen Zusammentreffens wurde er an der Lunge operiert.
- Foto: KNA
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Konferenz im Vatikan über die kirchliche Ehe- und Familienpastoral.
Zehn Jahre nach ‚Amoris laetita‘ – Das Evangelium in den Familien heute verkünden“ war das Leitwort über dem Bischofstreffen von 7. bis 14. Oktober im Vatikan. Aus Österreich nahm der Bischofskonferenz-Vorsitzende und Salzburger Erzbischof Franz Lackner an den Beratungen teil. Neben Bischöfen waren auch Eheleute und Familien sowie TheologInnen an der Versammlung beteiligt.
Weltweite Beratungen. In einem Interview mit Radio Vatikan zeigte sich Erzbischof Franz Lackner angetan von den Gesprächen in Rom. Die Probleme beim Thema Ehe und Familie seien überall in der Weltkirche „ziemlich gleich“. Lackner wörtlich: „Es herrscht eine große Übereinstimmung, und zwar, ich habe das so noch nie erlebt: Es geht uns auf der ganzen Welt gleich schlecht.“ Ratlosigkeit herrsche unter den Teilnehmenden der Versammlung jedoch nicht, fügte der Erzbischof hinzu: „Im Gegenteil, ich erlebe einen Ansporn, dass wir uns in diesen Bereichen mehr engagieren und es besser machen in Zukunft! Denn – was ebenfalls von allen Seiten gesagt wird: Die Sehnsucht auch bei jungen Menschen nach einer fixen Beziehung, nach einer lebenslangen Beziehung, nach einer Beziehung in Liebe und Respekt ist ja groß. Das berichten auch alle.“
Die katholische Kirche müsse Ehepaare über die Hochzeit hinaus begleiten und stärker auf die verschiedenen Phasen des gemeinsamen Lebens eingehen: Dafür sprach sich der Erzbischof von Madrid, Kardinal José Cobo aus. Es gehe nicht nur darum, neue Seelsorgeangebote zu entwickeln, sondern die pastorale Arbeit grundsätzlich neu auszurichten, sagte Cobo.
Der Beitrag der Familien zur kirchlichen Mission bestehe nicht in erster Linie in konkreten Aktivitäten, sondern in ihrer Lebensweise: im Zuhören, Verzeihen, in Geduld und gegenseitiger Fürsorge, im Umgang mit Konflikten und in der Begleitung der Schwächsten. So werde der Glaube im Alltag sichtbar, und zwar auch in Familien, deren Lebenssituation nicht vollständig dem christlichen Ideal der Ehe entspreche. Keine Familie sei perfekt; jede könne sich von Gottes Wirken verändern lassen, so Véronique Lonchamp, Nationaldelegierte
für Familienpastoral der Französischen Bischofskonferenz.
- In einem Interview mit Radio Vatikan zog Erzbischof Franz Lackner eine erste Bilanz nach dem Bischofstreffen zum Thema „Ehe und Familie“ im Vatikan.
- Foto: Wuthe/Kathpress
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Papst fehlte. Wegen der kurzfristig angesetzten Lungenoperation, bei der ihm am 13. Oktober in der römischen Gemelli-Klink ein bösartiger Tumor entfernt wurde (mehr auf Seite 10), konnte Leo XIV. nicht wie geplant den Schlussgottesdienst auf dem Petersplatz mit den TeilnehmerInnen feiern und auch nicht bei der abschließenden Sitzung in der vatikanischen Audienzhalle dabei sein. Das Bischofstreffen wird seine Schlussfolgerungen dem Papst in Form eines Syntheseberichts zukommen lassen; dieser soll auch veröffentlicht werden.
Quelle: Kathpress, Redaktion: K. Grager
Amoris laetitia
Papst Franziskus veröffentlichte 2016 das Schreiben „Amoris laetitia“ über Ehe, Familie und Liebe mit Ergebnissen der Familiensynode 2014/15. Er warb darin für einen barmherzigen und lebensnahen Zugang.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.