30. Sonntag im Jahreskreis | 26. Oktober 2025
Kommentar - Bibel und Leben
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Was will Gott von uns hören?
Wir sollen nicht nachlassen im Gebet. Dazu hat uns Jesus im Evangelium vom letzten Sonntag aufgefordert. Aber wie geht das? Oft haben wir das Gefühl, dass unsere Gebete ungehört verhallen. Kann man dabei etwas falsch machen?
Anscheinend besteht diese Gefahr. Jesus weist anhand von zwei Beispielen darauf hin. Sie machen deutlich: Es ist nicht eine Frage der richtigen Technik, der Anwendung bestimmter Formeln oder Rituale. Es gibt keinen Automatismus für ein gelingendes Gebet, es ist vielmehr eine Frage unserer inneren Haltung, ob es bei Gott ankommt.
Der Pharisäer absolviert das Gebet wie eine Leistungspräsentation. Er zählt auf, was er alles vorzuweisen hat, wodurch er sich von anderen abhebt. Es wird wohl zutreffen und es ist lobenswert, dass er diese Verdienste nicht sich selbst zuschreibt, sondern dankbar als gnadenhaftes Geschenk betrachtet. Aber es ist offenbar nicht das, was Gott hören will.
Der Zöllner übergibt Gott zerknirscht das, was ihn bedrückt und belastet, was ihm auf dem Herzen liegt, wofür er sich schämt, was er sonst niemandem zu sagen wagt, was der Heilung und Verwandlung bedarf. All das möchte Gott von uns haben.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.