14. Sonntag im Jahreskreis | 6. Juli 2025
Kommentar - Bibel und Leben
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Was ermöglicht Wachstum?
Wir haben uns in der Kirche daran gewöhnt, Entwicklungen unter dem Vorzeichen des Rückgangs, des Mangels und der Einsparungen zu betrachten. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit und Energie auf das, was „noch“ stattfinden oder „nicht mehr“ aufrecht erhalten werden kann.
Das Lukasevangelium erzählt hingegen eine fulminante Wachstumsgeschichte. Waren es zunächst zwölf Jünger, die Jesus losschickt – die Zahl symbolisiert die Stämme Israels –, sind es ein Kapitel später bereits zweiundsiebzig. Diese Zahl verweist auf die Völker der Erde. Alle sollen das Reich Gottes erfahren. Es geht nicht um das Bewahren des Vorhandenen sondern um bedingungslose Zuwendung zu den Heilungsbedürftigen und schutzlose Begegnung mit der Welt.
Deshalb schickt Jesus voraus, dass dieser Zuwachs nicht als Erfolgsquote des eigenen Tuns zu verbuchen
ist, sondern als Frucht des Gebetes. Ebenso klar sind seine Vorgaben: Nicht vollbepackt und bestens abgesichert sollen sie bei den Menschen aufkreuzen, sondern mit leeren und offenen Händen, als Empfangende und Zuhörende. So wird eine Begegnung möglich, die Frieden stiftet und heilsam ist. Und so kann das Reich Gottes wachsen.
Alfred Jokesch
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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