Advent mit Anselm Grün | Teil 04
Vierter Adventsonntag

Heimsuchung Mariens durch Elisabeth, um 1460. Wie damals verbreitet, wurden Jesus und Johannes auf den Bauch der Mutter aufgemalt. Aus der Kunstsammlung Stift Kremsmünster.
  • Heimsuchung Mariens durch Elisabeth, um 1460. Wie damals verbreitet, wurden Jesus und Johannes auf den Bauch der Mutter aufgemalt. Aus der Kunstsammlung Stift Kremsmünster.
  • Foto: Stift Kremsmünster
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Maria im Mittelpunkt

In der vierten Adventwoche steht Maria im Mittelpunkt. Der Evangelist Lukas hat uns ein wunderbares Bild von Maria gezeichnet. Er schildert uns in der Verkündigungsszene Maria als eine junge Frau, die aus einem unbedeutenden Dorf kommt.

Während es von Josef heißt, dass er aus dem Haus Davids stammt, wird Marias Herkunft verschwiegen. Aber zu diesem einfachen Mädchen aus Nazaret sendet Gott den Engel Gabriel.

Der gleiche Engel hatte dem greisen Priester Zacharias verheißen, dass seine Frau Elisabeth einen Sohn bekommen wird. Der fromme Priester hatte der Botschaft des Engels nicht getraut. Er hatte seine Zweifel, wie das denn geschehen könnte. Maria, die Jungfrau, die als Verlobte noch keinen Verkehr mit einem Mann hat, traut der Botschaft des Engels. Sie will nur wissen, wie das konkret geschehen kann.

Der Engel erklärt ihr, dass der Heilige Geist sie überschatten werde. Für uns klingt das unglaublich. Doch Maria glaubt dem Engel. Sie traut der Zusage: „Für Gott ist nichts unmöglich“ (Lk 1,37). Sie stellt sich Gott zur Verfügung, auch wenn sie noch nicht weiß, was da auf sie zukommt. Ihr Wort: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38) ist voller Selbstvertrauen.

Der Knecht Israel (doulos) hat sich Gott gegenüber verschlossen. Die junge Frau versteht sich als Magd (doule), die für das Volk Israel einsteht und gleichsam stellvertretend für das ganze Volk sich auf Gott einlässt. So kann Gott seinen Sohn zur Erlösung des Volkes senden.

Maria ist für uns Vorbild und Urbild des Glaubens. Gott schickt seinen Engel auch zu uns. Auch in uns will Gott geboren werden. Aber wir trauen den leisen Impulsen des Engels nicht. Wir trauen uns selbst nichts zu. Und wir glauben nicht, dass Gott in uns geboren werden möchte.

Natürlich wird Gott in uns nicht so geboren wie damals bei Maria. Aber die christlichen Kirchenväter haben die Szene des Lukasevangeliums immer als Bild für uns Christen genommen.

Auch zu uns sagt der Engel, dass wir voll der Gnade sind, dass wir uns trotz aller Nöte und Ängste, die unsere Zeit kennzeichnen, nicht zu fürchten brauchen. Denn Gott ist mit uns. Gott will in uns geboren werden. Das einmalige Bild, das Gott sich von jedem von uns gemacht hat, soll in uns aufleuchten. Dann werden wir wie Maria zum Segen werden für andere Menschen. Die Adventzeit traut uns zu, dass wir uns wie Maria für Gottes Wort öffnen. Dann wird Gott auch in uns das Unmögliche Wirklichkeit werden lassen.
 

Auch zu uns sagt der Engel, dass wir voll der Gnade sind, dass wir uns trotz aller Nöte und Ängste, die unsere Zeit kennzeichnen, nicht zu fürchten brauchen.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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