Laudato si! - Hoffnungsbeispiele aus der Steiermark | Teil 04
Sorgfältige Pflege einer Vielfalt, die gefährdet ist

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Wer vor zehn Jahren in den Stiftsgarten von St. Lambrecht gegangen ist, hätte wohl kaum zu träumen gewagt, dass sich anstelle einer Fichtenaufzucht, einer Kuhweide und eines Brennnesselgestrüpps in relativ kurzer Zeit ein völlig anderes Bild bieten würde.

Nach verschiedenen Ideen und Entwürfen aus den 1990er Jahren startete 2004 das soziale Arbeitsprojekt Domenico. Grundsätzliche Aufgabe ist die Revitalisierung des Stiftsgartens. Förderungen kommen von verschiedenen Stellen, auch vom AMS. In elf Jahren konnten über 90 Menschen auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt begleitet werden. Naturnahes Wirtschaften nach ökologischen Richtlinien war von Anfang an eine Selbstverständlichkeit. Die enge Kooperation mit dem Verein Arche Noah ist seit 2011 sehr konkret geworden. Nun befasst sich das Projekt Domenico auch damit, alte Sorten wieder populär zu machen. Dabei gibt es großen Widerhall aus der Bevölkerung, berichtet die Projektleiterin Karin Dorfer. „Den Menschen gefällt es, dass wir hier auch alte Sorten von Gemüse und Obst pflanzen, die sie noch aus ihrer Kindheit kennen, die in unserem Mi-
kroklima besonders gut wachsen und für den Anbau auf 1000 Meter Höhe geeignet sind.“ Im Schnitt sind acht bis elf Arbeitnehmer bei der Verantwortlichen Karin Dorfer beschäftigt. Mittels Beschäftigung und Qualifizierung soll einer Ausgrenzung von Menschen mit sozialen Benachteiligungen oder Vermittlungsschwierigkeiten begegnet werden.

Karin Dorfer leitet das Projekt seit sechs Jahren und hat damit selbst ihren „Traumjob“ gefunden. „Das Arbeiten mit Menschen“ war für die frühere Mittelschullehrerin schon immer das Wichtigste. Nachdem sie bei ihren drei Kindern zu Hause war, weiß sie aus eigener Erfahrung, wie es mit der Integration in den Arbeitsmarkt läuft. „Je nach persönlichen Handicaps gelingt es manchen Betroffenen kaum, Arbeit zu finden, und angesichts der Dynamik auf dem Arbeitsmarkt kommen benachteiligte Menschen immer stärker unter Druck.“ Aber wenn sie eine Arbeit verrichten können, auf die sie stolz sein können, schöpfen sie neue Hoffnung und unternehmen neue Anstrengungen, einen Job zu fin
den.

Auch wenn es in der Obersteiermark gewiss keine Urwälder und Meere zu retten gibt, die Aufgabe hier ist nicht weniger wichtig. Karin Dorfer will eine neue Bewusstheit im Umgang mit Natur und Menschen vermitteln: „Wir wollen fördern und wieder schätzen lernen, was bei uns wächst. Damit ein bewusstes Leben entstehen kann – für Menschen und die Umwelt.“

Karin Dorfer

Karin Dorfer ist Leiterin des Projekts Domenico.
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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