Pionierinnen in der Seelsorge | Johanna Töglhofer
Mit den Menschen sein
- Ihre Falten kämen mehr vom Lachen, meint die ehemalige Seelsorgehelferin Johanna Töglhofer. Nach verschiedenen Stationen in der ganzen Steiermark lebt sie jetzt im Pfarrhof St. Stefan ob Leoben und kümmert sich um einen großen Garten.
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BERUF: SEELSORGEHELFERIN
Diesmal im Blick zurück:
Johanna Töglhofer
77 Jahre
- „Schwester Hannerl“ wurde Johanna Töglhofer genannt, als Seelsorgehelferin in den Pfarren.
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Johanna Töglhofer fand in ihrem Beruf Selbstverwirklichung.
Sie stammt aus Pöllau. Nach der Pflichtschule arbeitete sie im Service in der Konditorei Ebner. Aber sie wollte mehr und etwas anderes. „Als ich erfahren habe, dass es da für Frauen eine Ausbildung gibt, hat mich das gleich interessiert“, erzählt Johanna Töglhofer. Es stellte sich für sie damals die Frage: „Was mach ich aus meinem Leben?“
Die Menschen haben sie immer Schwester Hannerl genannt. Eine der schönsten Erfahrungen war es für sie, eine erwachsene Frau auf die Taufe vorzubereiten: „Sie stammte aus einer atheistischen Familie.“
Rückblickend fragte sie sich manchmal schon, „wie habe ich das geschafft, aber es war für mich so erfüllend und beglückend“. Im Lauf der Zeit, zeigte sich immer stärker, dass ihre Fähigkeiten sehr gut zu den Ansprüchen, die der Beruf mit sich brachte, passten. „Ich habe mich verausgabt und konnte mich verwirklichen.“
Mit den Menschen zu sein war eine ihrer großen Stärken. „Die Begegnung mit einem Menschen ist wirklich schön.“ Nach der Ausbildung im „Seminar für kirchliche Frauenberufe“ in Wien war ihre erste Pfarre Leoben-Waasen. Herausfordernder wurde es danach in Graz-St. Andrä. „Der Wechsel in die Hauptstadt war nicht ganz so einfach.“
Danach kam Spielberg, wo sie 25 Jahre lang tätig war. „Ich konnte beim Aufbau einer Gemeinde mitarbeiten. Das Begleiten von Ehrenamtlichen war für mich immer wesentlich.“ Zu sehen, wie viel sie geben konnte, freute sie sehr. Und mit vielen ist sie auch heute noch in gutem Kontakt.
Ihre Arbeit umfasste viele Bereiche: „Ich war sehr gern im Kirchenchor und in der Liturgie tätig.“ Jungschar- und Jugendgruppen begleitete sie begeistert. Dankbar blickt sie zurück auf 35 Jahre „Kinderseelsorge pur“. Hilfe anzubieten und ein Miteinander zu gestalten liegt Johanna Töglhofer. Ins Gespräch zu kommen ist immer etwas Besonderes, auch bei der Telefonseelsorge war sie tätig. Eigentlich sei man ja Tag und Nacht da gewesen. „Ich habe mich in der Seelsorge aber nie als Handlanger gefühlt.“
- Für Christinnen und Christen da zu sein war eine schöne Tätigkeit, die sie erfüllte. Heute ist sogar eine Band nach ihr benannt. „Wenn man bereit ist zu geben, dann kommt auch was zurück.“
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Der obersteirische Künstler Uwe Schmidt (49) hat seiner Religionslehrerin und Nachbarin Johanna Töglhofer ein Lied geschrieben, „Danke, Hannerl, für die letzten 25 Jahre“, und seine Band „hannerl“ nach ihr benannt. „Das bedeutet mir sehr viel. Wenn man bereit ist zu geben, dann kommt auch was zurück.“ Sie ist aufgenommen und wertgeschätzt worden durch die Gemeinde. Auch die Begegnung mit alten Menschen war sehr schön. „Ins Gespräch zu kommen war schon manchmal eine Herausforderung, aber etwas, wo man sehr viel geben konnte.“
Heute geht Johanna Töglhofer bald ins 78ste Lebensjahr und wohnt im Pfarrhof in St. Stefan ob Leoben. „Rückblickend rundet sich alles so schön ab“ und „meine Falten sind mehr vom Lachen“, meint sie mit einem Lächeln. Ihr Vater hat damals zwar gesagt: „Du wirst einmal eine gute Bäurin.“ Aber 1966 begann sie mit der Ausbildung zur Seelsorgehelferin in Wien, nachdem Kaplan Franz Harzl sie motiviert hatte. Ihre Eltern mussten sich das Geld dafür absparen, was nicht so leicht war. Sie war dankbar und freute sich sehr über die Möglichkeiten, die der Beruf ihr bot: „Es ist so schön für die Christen da zu sein.“
Gisela Remler
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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