Vatikan kompakt | Teil 05
Kirche der Superlative

Blick in die Kuppel. Auf vier Pfeilern lastet die Kuppel mit einem Gewicht von etwa 56.000 Tonnen. Sie besitzt einen Durchmesser von 42 Metern und wurde nach den Plänen Michelangelos errichtet.
  • Blick in die Kuppel. Auf vier Pfeilern lastet die Kuppel mit einem Gewicht von etwa 56.000 Tonnen. Sie besitzt einen Durchmesser von 42 Metern und wurde nach den Plänen Michelangelos errichtet.
  • Foto: wmc_cc_ Mathias Kabel
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Der Petersdom

Die Basilika St. Peter ist zwar nicht die Pfarrkirche im Vatikan (das ist die Kirche St. Anna). Sie ist auch nicht die „Mutter aller Kirchen“ oder die Bischofskirche des Papstes als Bischof von Rom (beides ist die Lateranbasilika). Sie gilt aber als der wichtigste Kirchenbau der Christenheit und als „Herz der katholischen Kirche“ (Benedikt XVI.).

Gottes Thronsaal

Alt-St. Peter wurde in 100 Jahren bis 1606 Stück für Stück abgerissen. Papst Julius II. legte im April 1506 den Grundstein für einen Neubau. 18 Päpste und 120 Jahre später konnte schließlich Neu-St. Peter 1626 eingeweiht werden. Eine Vielzahl große Meister – unter ihnen etwa Bramante, Raffael oder Michelangelo – hatte am Neubau mitgewirkt. Während das Bauwerk an sich im Wesentlichen ein Kind der Renaissance ist, gestalteten unzählige Künstler den Innenraum vorrangig im barocken Stil. Als irdisches Abbild des himmlischen Thronsaales Gottes sollte die Basilika nicht nur Grabeskirche des Apostels Petrus, sondern auch Papst- und Krönungskirche sowie Gotteshaus für Gläubige aller Länder sein.

Die kostspieligen Arbeiten wurden unter anderem durch den Verkauf von Ablassbriefen finanziert. Gegen solche Missbräuche des Ablasswesens wandte sich in der Folge der Reformator Martin Luther.

Ewige Baustelle

Ein derart gigantisches Bauvorhaben scheint nie beendet zu sein. Schon seit 500 Jahren sorgt die Dombauhütte (Fabbrica) von St. Peter für die Bewahrung des alten Glanzes: So wurde etwa die Nasenspitze der weltberühmten Pietà des Michelangelo aus Kunstharz neu ergänzt, nachdem sie ein Verwirrter 1972 mit einem Hammer abgeschlagen hatte. Zudem überwachen Mitarbeiter die Risse im Mauerwerk der Basilika. Diese resultieren daraus, dass die Kirche des hl. Petrus nicht nur auf Fels, sondern zum Teil auf sehr weichem Untergrund steht und daher ständig „in Bewegung“ ist. Der Bau steht über dem ehemaligen Circus des römischen Kaisers Nero, wo Petrus vermutlich sein Martyrium erlitt, und einer antiken Totenstadt (Nekro-
pole).

Heutzutage kümmern sich rund 120 Personen, vom Restaurator über den Statiker bis hin zum Tischler, um die Erhaltung der Kirche. Dass die Kuppel und weitere Teile der Basilika bei einem Bombenangriff im November 1943 nur knapp ihrer Zerstörung entgingen und die Geschosse in den Vatikanischen Gärten dahinter einschlugen, darf wohl als Unterstützung „von oben“ bei dieser Aufgabe interpretiert werden.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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