Steirerin mit Herz
Theresia Schlenner

Bei einem ihrer elf Kinder war es. Theresia Schlenner lag wieder einmal zur Entbindung bei ihrer Hebamme in Pischelsdorf. Die Küchentür stand offen, da hörte sie eine Frau klagen über ihre zwei Kinder, sie wisse sich überhaupt nicht zu helfen. Doch die Hebamme ermunterte die Frau: „Jetzt gehen Sie einmal mit mir. Da liegt eine Frau mit so vielen Kindern, und sie hat eine Wirtschaft. Sie muss im Stall arbeiten und auf dem Feld und überall …“

Zum Muttertag gratulieren Reserl elf tüchtige Kinder mit ihren Partnern und Partnerinnen – jedes hat Haus und Beruf, und sie könnte keines missen –, dazu 20 Enkelkinder und 20 Urenkel. Die Tragödie war, dass Theresia fast immer Alleinerzieherin war: Ihr Mann Franz, der Wurzeln in Ungarn und im Burgenland, in Poppendorf, Bezirk Jennersdorf, hatte, starb früh. Die Älteste war 18, die Jüngste zweieinhalb. Wie die Mutter das geschafft hat neben der schweren Arbeit in der Landwirtschaft? Reserl, am 18. Oktober 1936 geboren, meint, sie habe halt müssen und: „Na ja, ich habe es geschafft.“

Die weltoffene Bauerntochter kommt aus einer Familie mit zehn Kindern in Kulming und lebt in Hart, beides Pischelsdorf. Sie hat wieder geheiratet, als die Jüngste 16 war: „Wir sind froh, dass wir uns haben“, lobt sie ihren Gustl.

Johann A. Bauer

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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