Buch-Tipp
Herr Gott noch mal!
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Oswald Blassnig widmet sich in seinem Gedichtband „Herr Gott noch mal!“ in der Form des lyrischen Gebets den täglichen Sinnfragen. Der Theologe Paul Zulehner spricht im Vorwort von einem „diskreten Gebetsraum“, in dem Staunen, Dankbarkeit und ein leiser Humor nebeneinander Platz haben. Genau diese Mischung prägt die Gedichte: Sie greifen vertraute Gebetsformen auf, spielen mit ihnen und öffnen sie für überraschende Einsichten. Der 1948 in Lienz geborene und später als Schuldirektor tätige Oswald Blassnig verbindet Ironie und Ernsthaftigkeit. Der titelgebende Ausruf „Herr Gott noch mal!“ entwickelt sich im Verlauf des Buches zu einem inneren Monolog, der zwischen Bitte, Zweifel und augenzwinkernder Selbstreflexion pendelt. Eine Gebetssprache, die nicht belehrt, sondern mit einem Augenzwinkern zum Nachdenken einlädt. Themen wie Zeitgeist, LGBTQ, „Spießbürgermentalität“ oder Krankenhausalltag tauchen ebenso auf, wie kleine Alltagsbeobachtungen. Manche Gedichte nehmen sogar die Form kleiner „Genres“ an – etwa das Gebet eines Schülers oder eines Bergsteigers.
Begleitet werden die Texte von zarten Aquarellen des Autors, die die Stimmung der Gedichte aufnehmen und vertiefen.
Herr Gott noch mal! ist ein Buch für alle, die spirituelle Lyrik mögen, die leicht, humorvoll und zugleich tiefgründig ist.
Herr Gott noch mal!
Von Oswald Blassnig
Verlag der Apfel
28,90 Euro
ISBN 978-3-85450-020-9
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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