Mutworte - Ruth Zenkert
Wo Musik Wurzeln schlägt
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Sie singen und tanzen, weil es ihre Geschichte ist. Und weil sie wissen, wer sie sind.
Sie seien Könige, daher der Name „königliche Truppe“, erklärt Țuca, der Lehrer der Musikgruppe „Șatra regala“. Begeistert spielen die jungen SchülerInnen Roma-Lieder. Doch es geht um mehr als Musik – Țuca ermutigt sie, stolz auf ihre Wurzeln zu sein. So beginnt Alex seinen Auftritt: „Ich bin ein Zigeuner. Ich liebe es, Zigeuner zu sein.“ Dieser Stolz strahlt aus ihren Augen, wenn sie singen, mit ihren schwarzen Hüten und bunten Röcken. Sie nennen sich bewusst nicht Roma, sondern țigan, Zigeuner. Während er das sagt, fassen ihn die SchülerInnen an den Händen und ziehen ihn in ihren Kreis.
Viele Zigeuner wollten wie die anderen Rumänen sein. Zu Ceaușescus Zeiten legten viele ihre Traditionen ab, um gleich zu sein. Sie wurden in Fabriken gesteckt und ihre Musik verstummte. Doch gleich wurden sie nie, ihre Hautfarbe verriet sie. Von den „echten“ Zigeunern wurden sie verstoßen. Sie gehören nirgendwo dazu. Hier erinnern sie sich daran, wer sie sind. Wie Alex, der beim Singen den Hut in die Luft wirft und ruft: „Ich bin stolz,
Zigeuner zu sein!“
Ruth Zenkert ist Leiterin des Sozialprojektes ELIJAH in Rumänien. Aus: elijah.at/bimail
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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