Offen gesagt
Hör auf dein Herz!
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Zum Weltgebetstag um geistliche Berufungen (11. Mai): Wie kann ich herausfinden, ob ich für einen geistlichen Beruf bestimmt sein könnte?
Zuallererst: Lass dir keinen Druck machen mit der Berufungsfrage – sie braucht Zeit, Raum und Vertrauen!
Der Jesuiten-Pater Josef Maureder nennt drei Stimmen, auf die es zu hören gilt: Erstens die eigene Natur – Gott ruft nicht in etwas hinein, das völlig gegen mein Wesen geht. Eine echte Berufung lässt mich aufblühen, nicht verkümmern. Zweitens die Sehnsucht – was bewegt mich tief im Inneren, was würde ich am Ende meines Lebens gelebt haben wollen? Drittens das Gegenüber – Menschen, Begegnungen, Bibelworte, die mich nicht loslassen, können Gottes „Werben“ sein. Wenn diese drei Klänge – was ich kann, was ich wirklich will, und was mich ruft – in Harmonie kommen, wachsen Friede, Kraft und Klarheit. Berufung heißt dann: Ich werde mehr ich selbst – mit Gott.
Berufung ist kein Ziel, das du sofort kennen musst, sondern ein Weg, der sich Schritt für Schritt erschließt. Hör auf dein Herz. Such das Gespräch. Hab keine Angst vor Stille, Gott spricht oft im Flüsterton: durch Sehnsucht, Unruhe, tiefen Frieden. Spürst du eine große Liebe zu Jesus Christus und den Menschen, dann bleib auf dieser Spur. Gott ruft nicht die Perfekten, sondern verwandelt die Bereiten!
MMag. Thorsten Schreiber MA ist Regens des Grazer Priesterseminars.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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