Positionen - Leopold Neuhold
Friede ist mehr
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Auf einer Konferenz ringen Politiker aus aller Welt um Maßnahmen, mit denen man Frieden schaffen kann. Die Forderung nach Abrüstung, die Aufforderung, sich im Dialog näherzukommen, der Wunsch nach Beachtung des Rechts, der Ruf nach einem Stopp der Waffenexporte, die Suche nach Verringerung von Ungerechtigkeit: Kein Vorschlag findet Beifall. Dann der geniale Einfall: „Streichen wir das Wort Krieg aus den Wörterbüchern!“ Tosender Beifall!
Wir gehen oft davon aus, dass Konflikte gelöst werden können, indem man sie einfach nicht zur Kenntnis nimmt. Oder wir setzen darauf, diplomatisch jedem Recht zu geben: sich durch die gegensätzlichen Ansprüche und Interessen „hindurchzuwurschteln“, alles im Ungefähren zu belassen. Dadurch erreichen wir vielleicht einen Aufschub oder eine Unterbrechung der Auseinandersetzung. Wahrer Friede wird dadurch nicht gefunden.
Das Wort Jesu im Sonntagsevangelium, dass er nicht gekommen sei, Frieden zu bringen, sondern Trennung, ist verstörend. Es führt aber zur Wurzel des Friedens im Streben nach Klarheit und Wahrheit. Lee-re Lippenbekenntnisse und Unter-den-Tisch-Kehren von Konflikten führen am Frieden vorbei, die klare Haltung eines Lebenszeugnisses hingegen zum Frieden.
Leopold Neuhold
redaktion@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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