Kirche Steiermark
Zuhören ist eine geistliche Haltung
- Foto: Gerd Neuhold / Sonntagsblatt für Steiermark
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Die Priesterwoche 2026 startete mit dem Impuls des Weihbischofs.
Der Dienst des Priesters in einer synodalen Kirche der Gastlichkeit steht bei der diesjährigen Priesterwoche auf Schloss Seggau im Fokus. Der neue Generalvikar der Diözese, Weihbischof Johannes Freitag, lenkte in seinem einleitenden Referat den Blick auf die spezifische Berufung des Priesters, seine Verbundenheit mit anderen und die Art, wie miteinander Kirche gelebt wird.
Angesichts gravierender Veränderungen seien viele Gewissheiten brüchig geworden. Deshalb sei es wichtig, im Vertrauen darauf, dass Gott die Berufungen schenkt, die Kirche heute braucht, wirklich zuzuhören und aufmerksam wahrzunehmen, was Gott seiner Kirche sagen möchte: „Die Vielfalt der Berufungen ist kein Problem, das gelöst werden muss, sondern ein Geschenk, das entdeckt werden will.“ Wo Verantwortung gemeinsam getragen werde, bedeute dies keinen Verlust, sondern Entlastung.
Die Würde des priesterlichen Dienstes hänge nicht an der Anzahl der Aufgaben, sondern vermehrt darin, geistliche Orientierung zu geben, die Menschen im Glauben zu begleiten, die sakramentale Gegenwart Christi erfahrbar zu machen und die Gemeinschaft zu stärken.
Entscheidend ist für den Weihbischof das Voranschreiten in der Synodalität, die Bereitschaft, miteinander eine hörende Kirche zu sein: „Die Menschen nehmen nicht nur wahr, was wir tun, sondern auch, wie wir miteinander sprechen, Entscheidungen treffen und einander begegnen.“ Synodalität sei keine Methode, sondern eine geistliche Haltung. Man könne unterschiedlicher Meinung, aber dennoch verbunden sein.
Den Dienst des Generalvikars nimmt Freitag gemeinsam mit Lukas Grangl, Diözesandirektor für Ressourcen, Steuerung und Organisation, wahr. Dieser plädierte für ein engeres Zusammenwirken pastoraler, personeller, struktureller und wirtschaftlicher Bereiche: „Die Frage ist nicht, ob sich Kirche verändert, sondern ob wir diese Veränderung gestalten.“ Gute Rahmenbedingungen würden Freiräume schaffen für die Sendung der Kirche. Die Pastoral profitiere von guter Organisation.
Alfred Jokesch
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.