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Von Mann zu Mann

Einsamkeit, Verlustgefühle, Gewalterfahrung oder andere Probleme, die das „Mann-Sein“ mit sich bringt: Beim Männernotruf sind derzeit 42 Berater im Alter zwischen 28 und 83 Jahren für andere Männer da, hören zu und verweisen an Stellen weiter, die konkrete Hilfe bieten. | Foto: iStock/stockbusters
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  • Einsamkeit, Verlustgefühle, Gewalterfahrung oder andere Probleme, die das „Mann-Sein“ mit sich bringt: Beim Männernotruf sind derzeit 42 Berater im Alter zwischen 28 und 83 Jahren für andere Männer da, hören zu und verweisen an Stellen weiter, die konkrete Hilfe bieten.
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Männernotruf. Wer den Vatertag alleine feiert, wer finanziell nicht weiter weiß oder einsam ist, der findet dort jemanden, der zuhört.

Einmal sei da ein ungewohnt klingendes Geräusch gewesen, erzählt Martin Hochegger. Ein Plätschern, das wie Hintergrundmusik das Gespräch begleitete. Im Laufe des Telefonats erfährt er dann, was Sache ist: Sein anonymes Gegenüber, ein männlicher Anrufer in großer Seelennot, liegt in der Badewanne, ausgestattet mit einer Rasierklinge und bereit, seinem Leben ein Ende zu setzen.

Trennung, Einsamkeit, neue Identität. Situationen wie diese hat jeder der 42 Berater beim österreichweiten Männernotruf schon erlebt. Meistens greifen Männer aufgrund von Scheidung, Kindesentzug oder Einsamkeit zum Telefon.

Zwischen 650 und 720 Anrufe würden pro Monat eingehen, berichtet Martin Hochegger. Seit Anfang 2024 steht er dem Männernotruf als geschäftsführender Leiter des gleichnamigen Vereines vor. Die Hauptgruppe der Anrufer sei zwischen 35 und 45 Jahre alt und würde erleben, dass die erste langjährige Beziehung in die Brüche geht, sagt er. „Bei Trennungen geht die Initiative oft von Frauen aus. Sie begeben sich viel eher auf den Weg einer Veränderung.“ Weil Männer noch immer weniger über Gefühle sprechen würden, seien Gewaltausbrüche oft die Antwort auf das endgültige Beziehungs-Aus. Etwas anders sei die Situation bei männlichen Anrufern um die 60. Wenn sie sich melden, dann meist aufgrund von Einsamkeit – nach dem Verlust eines geliebten Menschen oder infolge des viel zitierten „Pensionsschocks“. Brauchen Männer mit Migrationshintergrund hingegen ein vertrauliches Gespräch, sind sie meist aus der zweiten oder dritten Einwanderer-Generation. Gesprächsinhalt sei oft ein patriarchales Weltbild, das sie zugunsten einer partnerschaftlichen Beziehung überwinden möchten. Besonders wichtig sei es für diese Männer, Identitätsfragen mit einem Mann zu besprechen, sagt Martin Hochegger und erwähnt, dass immer wieder auch Frauen anrufen würden beim Männernotruf. „Hauptsächlich aus zwei Motiven heraus: Weil sie Männer verstehen wollen oder weil sie erleben, dass psychisch erkrankte Ehemänner, Brüder oder Freunde Medikamente verweigern, und sich Rat holen wollen.“

Der Steirer Martin Hochegger übernahm 2024 die Leitung des österreichweiten Männernotrufs – zehn Jahre nach dessen Gründung durch Eduard Hamedl.  | Foto: Neuhold
  • Der Steirer Martin Hochegger übernahm 2024 die Leitung des österreichweiten Männernotrufs – zehn Jahre nach dessen Gründung durch Eduard Hamedl.
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Der „neue“ Mann ruft an. Dass sich Männer zusehends Beratung und Hilfe holen, beweist die anonymisierte Telefonstatistik der Männerberatung. „Im Jahr 2024 hatten wir um 80 Prozent mehr Anrufe als im Jahr davor“, sagt Martin Hochegger. Umso wichtiger ist für ihn als geschäftsführenden Leiter die wirtschaftlich solide Basis des Vereins. „Wir arbeiten zwar alle ehrenamtlich, aber für Telefon, Miete und Strom fallen Kosten an.“ Seitens des Bundes warte man dringend auf die Budgetzusage für 2025. „Ich hoffe, dass unsere Regierung das bereits verabschiedete Gewaltschutzpaket schnell umsetzt“, so Hochegger. Für die Gesundheit von Männern und zum Wohle ihrer Angehörigen.

Anna Maria Steiner

Männernotruf: Hilfe sofort
Die Anlaufstelle für Männer in Krisen- und Gewaltsituationen bietet rund um die Uhr Hilfe, kostenlos und anonym.
Tel. 0800/246 247
www.maennernotruf.at

Einsamkeit, Verlustgefühle, Gewalterfahrung oder andere Probleme, die das „Mann-Sein“ mit sich bringt: Beim Männernotruf sind derzeit 42 Berater im Alter zwischen 28 und 83 Jahren für andere Männer da, hören zu und verweisen an Stellen weiter, die konkrete Hilfe bieten. | Foto: iStock/stockbusters
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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