Kirche Steiermark
Respekt nicht versagen
- Über 40 Interessierte, darunter viele SeelsorgerInnen, beschäftigten sich bei einem Online-Abend mit dem Thema „assistierter Suizid“. Moraltheologe Walter Schaupp (Bild) gab Perspektiven auf ethisch verantwortbare Begleitung.
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Online-Abend zum Thema „assistierter Suizid“.
Der medial sehr präsente assistierte Suizid des Autors Niki Glattauer und kürzlich der Tod der Kessler-Zwillinge brachten das Thema wieder in die Öffentlichkeit. Dass dabei von einem Sterben in Würde nur im Zusammenhang mit dem assistierten Suizid die Rede ist, hat viele befremdet und verlangt nach Widerspruch und dem Aufzeigen von Alternativen sowie Aufklärung.
Deshalb lud der diözesane Fachbereich Pastoral und Theologie Ende November zu einem Online-Abend mit dem Moraltheologen Walter Schaupp und der Hospizverein-Mitarbeiterin Paula Glaser ein. Mindestens 44 Interessierte, darunter viele haupt- und ehrenamtliche SeelsorgerInnen aus Seelsorgeräumen, Krankenhaus- und Pflegeheimseelsorge, nahmen an der von Sarah Knolly und Saskia Löser organisierten und moderierten Veranstaltung teil.
Walter Schaupp beleuchtete den Kontext, die rechtliche Situation, aktuelle Entwicklungen und die kirchliche Position. Außerdem zeigte er Möglichkeiten der Begleitung von Menschen mit dem Wunsch nach einem assistierten Suizid, trotz der ablehnenden Position von Kirche und kirchlichen Einrichtungen wie Caritas, Diakonie, Ordenskrankenhäusern und -pflegeheimen.
Die gemeinsame Erklärung der Evangelischen Kirche Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz komme mit einem sehr pastoralen Ansatz entgegen: „Ein Christ kann diese Tat im Letzten nicht verstehen und nicht billigen und kann dem, der so handelt, seinen Respekt doch nicht versagen“ (1989). Respekt vor der Person, Ernstnehmen der Wünsche und immer Hilfe zum Leben anzubieten, seien, so Schaupp, neben dem eigenen Gewissen als höchster Instanz ethisch verantwortbare Wege der Begleitung.
Leben in Würde bis zuletzt fördern will auch der Hospizverein Steiermark, dem Paula Glaser angehört. Es brauche andere Erzählungen über Sterben in Würde, das sich nicht auf assistierten Suizid beschränke, sondern viele Möglichkeiten der palliativen, seelsorglichen und menschlichen Begleitung, auch der Angehörigen, einschließe.
Maximilian Tödtling
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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