Weltkirche
Ostern in Russland und der Ukraine ohne Waffenpause

Putin besuchte den Ostergottesdienst von Patriarch Kyrill I. in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau.
  • Putin besuchte den Ostergottesdienst von Patriarch Kyrill I. in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau.
  • Foto: Alvesgaspar, CC BY-SA 3.0, wmc
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

Auch zum orthodoxen Osterfest kein Frieden in der Ukraine.

Die orthodoxen Christen in Russland und der Ukraine feierten am 24. April Ostern. Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. gratulierte bereits kurz nach Mitternacht in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale den Gläubigen zum Osterfest. An der landesweit live im Fernsehen übertragenen Liturgie nahm auch Präsident Wladimir Putin teil. Kyrill I. sprach bei der Messe den Krieg nicht an. Am Ende des Gottesdienstes übergaben sich Kyrill I. und Putin Geschenke.

Papst Franziskus hat dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. zum orthodoxen Osterfest einen Brief geschrieben. „Möge der Heilige Geist unsere Herzen verwandeln und uns zu wahren Friedensstiftern machen, besonders für die vom Krieg zerrissene Ukraine“, schrieb Franziskus. Auch das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, forderte in seinem Osterhirtenbrief erneut eine sofortige Beendigung des russischen Kriegs gegen die Ukraine.

Heftige Kritik am Moskauer Patriarchat kam aus Graz. Die Hoffnung, dass zumindest an den Osterfeiertagen die Waffen schweigen, hat sich nicht erfüllt – die Angriffe in der Ukraine wurden sogar verschärft. „Die landesweit in Russland ausgestrahlten Bilder zeugen von Heuchelei und lassen uns fassungslos zurück“, so Markus Meister, Welthaus-Geschäftsführer. „Stunden, nachdem Odessa bombardiert wurde, steht der Aggressor Wladimir Putin mit der Osterkerze, die eigentlich Leben und Frieden symbolisiert, in der ersten Reihe in der Erlöserkathedrale in Moskau. Eine Kirchenführung, die diesen Aggressionskrieg nicht klar verurteilt, kann nicht als Repräsentant von christlichen Werten gesehen werden“, zeigte sich Meister empört.

In fast der gesamten Ukraine konnten wegen der kriegsbedingten nächtlichen Ausgangssperre erst am Sonntagmorgen Ostergottesdienste gefeiert werden. Der orthodoxe Kiewer Metropolit Epiphanius verurteilte auf Twitter, dass dem russischen Militär nichts heilig sei und es auch zu Ostern weiter Krieg führe. In Odessa seien am Samstag vor Ostern mehrere Zivilisten getötet und verletzt worden.

KATHPRESS

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ