Weltkirche
Mehr Mut statt Macht
- Die Hände zum Segen erhoben: Das Foto, das US-Bischöfe betend über Donald Trump zeigt, erhitzt Gemüter.
- Foto: White House/Margo Martin (Screenshot)
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Die Kritik an Bischöfen, die für US-Präsident Trump gebetet haben, reißt nicht ab. Nun melden sich Ordensfrauen zu Wort.
ChristInnen seien nicht nur dazu gerufen, für Politiker zu beten, sondern auch dazu, Zeugnis für die Wahrheit abzulegen! Mit diesen Worten kritisierten die New Yorker Sisters of Charity das Gebet von Bischöfen mit Donald Trump. Stein des Anstoßes war ein Video, das zwölf Bischöfe zeigt, die am 22. Oktober im Arbeitszimmer im Weißen Haus („Oval Office“) für Donald Trump beten. Denvers Erzbischof James Golka dankte Gott darin sogar „für das Geschenk dieses Amtes und dieser Präsidentschaft“.
Nach anhaltender Debatte ruderten mehrere beteiligte Bischöfe zurück. Erzbischof Golka etwa betonte, eine Unterstützung Trumps und der republikanischen Partei vor Zwischenwahlen sei kein Ziel des Treffens gewesen. Zudem sei das Video ohne Wissen der Bischöfe aufgenommen worden. Auch hob er hervor, dass er nur das getan habe, was katholische Bischöfe immer täten, nämlich für Menschen beten und „Menschen segnen, die Segen brauchen“.
Dazu die Sisters of Charity: Nicht das Gebet für den Präsidenten sei das Problem, sondern das, was nicht gesagt worden sei. „Wo blieb die Sorge um die Armen? Um die Einwandererfamilien, die auseinandergerissen wurden? Um diejenigen, die unter der Gewalt des Krieges leiden? Um die Ausgegrenzten, deren Würde bedroht ist? Um das Christentum, das zu einem Instrument politischer Macht verzerrt wird?“, schrieben die Ordensfrauen auf ihrem Instagram-Account am 25. Oktober. „Bilder vermitteln Botschaften. Schweigen auch.“ Die Kirche brauche nicht mehr Fotos von religiösen Führern, die neben den Mächtigen stehen, sondern „mehr mutige Zeugen, die neben den Machtlosen stehen.“
Quelle: katholisch.de/Red.: Anna Maria Steiner
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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