Kirche Steiermark
Leben spielen
- Ein Abend, der berührte, zum Nachdenken anregte und dabei immer wieder Raum für Humor und Leichtigkeit ließ: Proschat Madani (l.) las aus ihrem Buch „Leben spielen“, begleitet wurde sie von Gitarrist Jakob Rodlauer (r.).
- Foto: Neuhold
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Proschat Madani las im Minoritensaal aus ihrem Buch.
Mit der Veranstaltung „Leben spielen“ eröffnete das Bildungsforum bei den Minoriten am 2. Oktober sein neues Bildungsjahr 2026/27. Dabei nahm die bekannte Schauspielerin Proschat Madani das Publikum mit auf eine sehr persönliche Reise zwischen Bühne und Wirklichkeit – humorvoll, ehrlich und berührend.
„Das Leben schreibt und spielt oft seine ganz eigenen Geschichten.“ Unerwartetes geschieht, Pläne verändern sich und manchmal führt eine ungeplante Abbiegung in eine ganz neue Richtung. Genau diesen Gedanken greift Proschat Madani in ihrem Buch „Leben spielen“ auf. Sie erzählt von den unterschiedlichen Rollen, die wir im Leben einnehmen, von der Suche nach der eigenen Identität und von der Kunst, sich selbst dabei nicht zu verlieren.
Mit viel Humor und persönlichen Einblicken sprach Madani über ihre eigene Geschichte. Sie kam im Alter von vier Jahren aus dem Iran nach Österreich und wuchs in Wien auf – zwischen zwei Kulturen und mit dem Gefühl, dass vieles, was in der einen Welt selbstverständlich war, in der anderen plötzlich nicht mehr galt: „Was im Iran richtig war, war plötzlich falsch.“
Als Kind, das sich ernster verhielt als viele andere Kinder, fand sie in der Welt des Fernsehens einen Zugang zu ihrer neuen Umgebung. Filme wurden zu einer Möglichkeit, andere Menschen und Lebenswelten kennenzulernen – und zugleich zu einer Flucht aus der eigenen Welt. Besonders beeindruckte sie dabei die Geschichte von Don Quijote, dem „Mann von La Mancha“. Die Kraft der Vorstellung eröffnete ihr eine andere Realität und zeigte früh, welche Bedeutung das Spiel, die Fantasie und das Eintauchen in andere Rollen haben können.
Musikalisch begleitet wurde der Abend von Jakob Rodlauer. Der Gitarrist schuf eine besondere Atmosphäre und setzte zwischen den Texten immer wieder eigene Akzente.
„Leben spielen“ erwies sich als leidenschaftliches Plädoyer für die Kunst des Spielens – auf der Bühne, vor der Kamera und vor allem mitten im Leben.
Vera Lessing,
Bildungsforum bei den Minoriten
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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