Weltkirche
Der Verfolgung zum Trotz
- Mut brauchen Christinnen und Christen in Nigeria, wo extremistische Gruppen Gläubigen Gewalt antun. Trotz anhaltender Verfolgung wachse die Zahl der ChristInnen im Norden Nigerias „geradezu astronomisch“, sagte Bischof Habila Daboh. Das Bild zeigt Gläubige bei einer Kreuzwegandacht im Norden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas.
- Foto: Kirche in Not
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Nigeria. Im Norden des Landes werden Kirchen zerstört und Gläubige verfolgt. Trotzdem wächst das Christentum.
Wir teilten unser Festtagsessen. Wir feierten, spielten zusammen Fußball, besuchten dieselben Märkte. Doch dann kamen die Extremisten.“ Mit diesen Worten erinnert sich Bischof Habila Daboh aus Zaria im Bundesstaat Kaduna an friedlichere Zeiten für Angehörige unterschiedlicher Religionen in Nigeria. Aktuell würde hingegen eine Mischung aus dschihadistischen Angriffen, Kriminalität und Stammeskonflikten das Leben viele Christinnen und Christen bedrohen.
In Nigeria ist jeweils etwa die Hälfte der Bevölkerung entweder muslimisch oder christlich. Während die Zahl der ChristInnen im Süden überwiegt, sind letztere im Norden in der Minderheit. In zwölf der 36 Bundesstaaten sei die Scharia eine zentrale Quelle von Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung. Angriffe auf Christinnen und Christen seitens dschihadistischer Gruppen oder krimineller Banden würden im ganzen Land erfolgen, so Daboh.
Mutige ChristInnen. Laut katholischem Hilfswerk Kirche in Not (ACN) verzeichnet das mit 237 Mio Menschen bevölkerungsreichste Land Afrikas die höchste Zahl von entführten Priestern und Ordensleuten weltweit. Allen Spannungen und Übergriffen zum Trotz würden sich immer mehr Menschen für das Christentum begeistern – vor allem im Norden des Landes, berichtete Bischof Daboh gegenüber ACN. Seine Befürchtung, dass nach der Ermordung eines Seminaristen im Jahr 2020 junge Männer das Priesteramt vermehrt meiden würden, sei bislang nicht eingetreten – im Gegenteil: „Es bewarben sich noch mehr junge Männer für das Priesterseminar. Als wir sie fragten, warum, sagten sie: ‚Wir wollen den Menschen zeigen, dass Jesus ein Mann des Friedens war, dass er Liebe lehrte.‘“
Bildung als Schlüssel. Neben ChristInnen werde von extremistischen Gruppen wie Boko Haram auch jede Form von Bildung bekämpft. Diese wiederum sehe die Kirche als wichtigen „Schlüssel zur Freiheit“ und betreibe deshalb im Norden des Landes zahlreiche Schulen. „Mein Volk ist hungrig nach Wissen. Bildung gibt den Menschen die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Sie können herausfinden, was richtig oder falsch ist“, so Daboh. Er betont auch, dass die Konflikte von extremistischen Gruppen verursacht würden, und nicht von der muslimischen Mehrheitsbevölkerung. Trotz Armut und Verfolgung seien viele Menschen „glücklich, weil sie Christus haben“, so der Bischof im Interview mit Kirche in Not am 12. April. „Die Menschen wollen Liebe und Friede verkünden. Wir mögen nicht alle aus derselben Volksgruppe kommen oder derselben Religion angehören. Aber wir glauben daran, dass jeder unser Nächster ist und uns braucht. Das ist das Evangelium Christi.“
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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