Kirche Steiermark
Verwurzelt und im Dialog
- Viele Symbole, ein Menschsein: Der dritte Tag der Religionen am 27. September 2026 in Graz wurde mit einer gemeinsamen Veranstaltung beim „Lebensbaum“ im Volksgarten beschlossen.
- Foto: Gerd Neuhold/Sonntagsblatt für Steiermark
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Tag der Religionen. In Graz feierten Menschen unterschiedlicher Religionen ihren Glauben und das 20-jährige Bestehen des Interreligiösen Beirats der Stadt Graz.
Kaiserwetter, Klänge und Speisen, die Geschichten von Glauben, Festen und Traditionen erzählen: Rund um den „Lebensbaum“ im Grazer Volksgarten wurde am 27. September religiöse Vielfalt erlebbar. Eindrucksvoll waren die Celloklänge von Erich Oskar Huetter, der musikalische Traditionen aus Judentum, Christentum und Islam miteinander in Beziehung setzte. Beim „Buffet der Religionen“ ging es um mehr als ums Essen: Auf den Tischen fanden sich Speisen, die zu religiösen Festen und besonderen Anlässen gehören und von den Traditionen der jeweiligen Gemeinschaften erzählen.
So wurde beim dritten Tag der Religionen, der zugleich das Fest zum 20-jährigen Bestehen des Interreligiösen Beirats war, hörbar, sichtbar und schmeckbar, was in Graz über Jahrzehnte gewachsen ist: der interreligiöse Dialog. Dass heute so selbstverständlich gemeinsam gefeiert wird, hat eine lange Vorgeschichte. Die Wurzeln reichen bis in die Friedensarbeit mit Sarajevo während des Bosnienkrieges durch das Grazer Friedensbüros unter der Leitung von Friedensforscher Karl Kumpfmüller zurück. Schon damals wurden Grundsätze für ein friedliches Zusammenleben in religiöser und kultureller Vielfalt formuliert: einander zuhören, die Identität des anderen achten und auch über Grenzen hinweg im Gespräch bleiben. Aus diesen Erfahrungen ist viel entstanden (siehe Kasten). Heute zeigt sich der Wert dieses gewachsenen Vertrauens dann, wenn es darauf ankommt: Wird eine Religionsgemeinschaft mit Gewalt oder Vandalismus konfrontiert, stehen die anderen solidarisch an ihrer Seite.
Nach dem schrecklichen Amoklauf letztes Jahr in Graz übernahm der Interreligiöse Beirat die Gestaltung des Gebets bei der Trauerveranstaltung der Stadt Graz. Dialog lebt aber ebenso von den schönen Momenten: So schafft der Beirat Räume, in denen Menschen Religionen und andere Formen von Spiritualität kennenlernen, bringt Mitglieder der Gemeinden für gemeinsame Projekte zusammen und lädt zur Begegnung ein – wie auch beim Tag der Religionen.
Religionen erleben. Am 27. September war diese Offenheit erlebbar. 15 Religions- und Bekenntnisgemeinschaften öffneten an diesem Sonntagnachmittag an elf Standorten ihre Türen. So konnten BesucherInnen etwa eine Synagoge und eine Moschee besuchen, christliche Kirchen erkunden und buddhistische Spiritualität kennenlernen. Fragen konnten gestellt sowie religiöse Praxis unmittelbar erlebt werden, und Mitglieder der Glaubensgemeinschaften waren da für ein Gespräch (Bild). Die gemeinsame Absschlussveranstaltung fand um 17 Uhr im Volksgarten statt – beim im Vorjahr gepflanzten „Lebensbaum“.
Dass Menschen verschiedener Religionen nach einem Nachmittag schlussendlich gemeinsam unter einem Baum zusammenkommen – das ist vielleicht das schönste Bild für das, was interreligiöser Dialog sein kann: in der eigenen Tradition verwurzelt sein und einander dennoch begegnen. Eva Wenig von ComUnitySpirit
- Foto: Neuhold
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Interreligiöser Dialog in Graz
Der Kulturhauptstadt-Konferenz „Interreligiöses Europa“ folgte 2006 die Gründung des Interreligiösen Beirats. 2013 gingen aus der internationalen Konferenz ComUnitySpirit die gleichnamige Koordinationsstelle am
Afro-Asiatischen Institut und die Grazer Erklärung zum Interreligiösen Dialog hervor.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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