Weltkirche
Bock auf Nächstenliebe
- Für ihr außergewöhnliches Engagement erhielten (v. l.) Ibrahim Rasool, Hamdi Hassan, Oleg Cherednychenko und Aziz Mohammadi am 16. April den nach der 2018 verstorbenen Menschenrechtsaktivistin Ute Bock (Porträt oben rechts im Bild) benannten Bock Preis.
- Foto: Liebentritt
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Auszeichnung für vier Geflüchtete, die sich in Österreich für andere einsetzen.
Applaus, Wertschätzung und vier lachende PreisträgerInnen: Bei der Verleihung des diesjährigen Bock Preises am 16. April in der Wiener Brunnenpassage war die Stimmung herzlich. Gewonnen haben Aziz Mohammadi und Ibrahim Rasool aus Afghanistan, Hamdi Abdullahi Hassan aus Somalia und Oleg Cherednychenko aus der Ukraine.
Was allen vier Prämierten gemeinsam ist? Schon seit den Ankunftsjahren in Österreich engagieren sie sich für andere und haben auf unterschiedliche Weise gezeigt, was es heißt, Stützen der Zivilgesellschaft zu sein.
Vier Persönlichkeiten. Da wäre die Journalistin Hamdi Abdullahi Hassan, die 2015 nach Österreich gekommen ist und sich seitdem ehrenamtlich engagiert. Hamdi hilft als Dolmetscherin in diversen Organisationen und unterstützt Medienprojekte, etwa bei Radio Orange oder dem Südwind-Magazin. Rechte von Frauen und Mädchen sind der gebürtigen Somalierin dabei ein besonderes Anliegen.
Seit seiner Ankunft in Österreich 2016 ist Aziz Mohammadi nicht nur Mitglied von you-are-welcome; er steht dem Verein sogar als stellvertretender Obmann vor. Dort vernetzt und koordiniert er die lokale Vereinsarbeit sowie Hilfsprojekte in seinem Geburtsland Afghanistan. „Sein vorbehaltloser Respekt allen Menschen gegenüber und sein Bemühen, den Frauen des Vereins Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen, sind besonders beeindruckend“, weiß Yasmin Randall von you-are-welcome über ihn.
Im Jahr 2022 kam Ibrahim Rasool nach Österreich. Bereits drei Jahre später wurde er von mehreren Vereinen für seinen Einsatz nominiert. Beim SK Austria Klagenfurt trainiert der gebürtige Afghane ehrenamtlich die Frauen-Teams und punktet dabei u. a. mit seiner Expertise als FIFA-Schiedsrichter. Er ist aktiv für SOS Balkanroute und den Verein Kärnten Andas, hilft bei Sammelaktionen und erzählt im Rahmen von Aufklärungsarbeit auch von seinen Erfahrungen in Flüchtlingslagern wie Moria und Bihać.
Sein technisches Geschick bringt Oleg Cherednychenko beim Verein PCs für alle ein. 2022 musste der heute 82-Jährige aus der Ukraine flüchten und hilft seitdem jede Woche 40 Stunden. Oleg nimmt gespendete Geräte entgegen und gibt sie an Bedürftige aus. Er übersetzt für ukrainische Geflüchtete, begleitet sie bei Arztbesuchen und Behördengängen und gibt Deutschunterricht.
Hintergründe zur Preisverleihung erklärt Initiator und Stifter des Bock Preises, Alfred Fogarassy: das „Sichtbarmachen der täglichen positiven Leistungen der Menschen, die oft übersehen werden. Die diesjährigen Gewinner sind das beste Beispiel für das gelebte Miteinander, das gefordert, doch selten gefördert wird.“
◉ Mehr dazu unter: www.fraubock.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.