Weltkirche
Bischöfe auf Kuba bitten
- Idylle, die täuscht. Laut Hilfsorganisationen leben 89 % der KubanerInnen in Armut.
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Karibik. Nach Wirbelsturm „Melissa“ bittet die Kirche nun um Hilfe.
Umgestürzte Strommasten, zerstörte Häuser und Kirchen, die beschädigt sind: Eine Spur der Verwüstung im Land hinterließ Hurrikan „Melissa“ auch im Inselstaat Kuba.
Angesichts der „Katastrophe von enormem Ausmaß“ rief die katholische Kubanische Bischofskonferenz nun zu „dringender internationaler Solidarität“ auf: „Es werden Lebensmittel, Kleidung, Matratzen, Haushaltsgegenstände und Dachmaterialien benötigt, insbesondere für ältere Menschen und die Schwächsten“, zitiert die in der Exil-Kubaner-Hochburg Miami erscheinende Zeitung „El Nuevo Herald“ am 3. 11. aus dem Schreiben. Dieses gilt als brisant, weil darin auch auf die desolate allgemeine Lage in Kuba eingegangen wird – was als Kritik am sozialistischen Ein-Parteien-Regime in Havanna gedeutet werden kann.
Die durch den Wirbelsturm verursachte nationale Tragödie verschärfe die schwierige Alltagssituation „mit Mangel an Grundgütern, langen und häufigen Stromausfällen, sich zunehmend ausbreitenden Viren und Krankheiten“, heißt es. Für die chronische Versorgungskrise in dem sozialistischen Staat macht die kubanische Regierung stets das jahrzehntelange US-Handelsembargo verantwortlich. Humanitäre Hilfe, Grundnahrungsmittel oder lebenswichtige Medikamente sind davon allerdings nach US-Angaben nicht betroffen. Zuletzt steigerten sich die kubanischen Lebensmittelimporte aus den USA deutlich.
Wie es scheint, trafen die Hilferufe aus Kuba auf offene Ohren in den USA. So berichtet das regierungskritische Portal 14ymedio aus Havanna am 2. 11., die USA wollten gemeinsam mit der katholischen Kirche drei Mio. Dollar an Hilfe für die Opfer von „Melissa“ koordinieren.
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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